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In der Nacht zu Mittwoch kamen rund 100 niederländische Soldaten zu einer Übung nach Haltern. Anwohner berichten von Explosionen und Schüssen. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgehört.

Haltern

, 05.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Mehrere Anwohner haben sich gehörig erschrocken, als sie in der Nacht und dem frühen Mittwochmorgen Militärfahrzeuge rund um Lippramsdorf gesehen haben. Eine Anwohnerin berichtet von Geräuschen wie bei einem Feuerwerk. Es habe Schüsse und Explosionen gegeben. Ein anderer traf auf einem Waldweg in der Freiheit plötzlich auf ein Panzerfahrzeug.

„Gegen 0.30 Uhr wurden wir von Schüssen und Geräuschen wie bei einem Feuerwerk geweckt“, berichtet Dagmar Hüls, die nördlich von Lippramsdorf wohnt. „Als wir rausgingen, sahen wir ein großes niederländisches Auto wegfahren.“ Hüls fragte bei der Polizei nach und bekam die knappe Antwort, es handele sich um eine angemeldete Militäraktion. Als Grundstücksbesitzerin habe sie aber im Vorfeld keinerlei Informationen bekommen. „Man erschreckt schon“, sagt sie. Ihrer Beobachtung nach hätten die Soldaten auf ihrem Acker die Nacht verbracht.

Eine Anfrage bei der Bundeswehr bringt zumindest teilweise Licht ins Dunkle: „Wir haben eine Übungsanmeldung für den entsprechenden Raum“, bestätigt Sprecher Oliver Arning. Rund 100 niederländische Soldaten seien mit mehr als 30 Fahrzeugen in der Region unterwegs gewesen. Auch gepanzerte Fahrzeuge seien dabei gewesen. Zum Inhalt der Übung konnte Arning nichts sagen, allerdings zur generellen Verfahrensweise bei solchen Aktionen.

Anträge auf diplomatischer Ebene

„Auf der diplomatischen Ebene werden Anträge für so eine Übung gestellt, dafür gibt es die sogenannten Militärattachés im jeweiligen Konsulat.“ Der Übungsraum werde definiert, zuständige Behörden würden informiert. Im Halterner Fall wusste die Polizei zum Beispiel direkt Bescheid. Die Grundstückseigentümer wurden aber eben nicht informiert.

„Das ist für die Bürger zwar aufregend, aber vom Grundsatz her nichts Ungewöhnliches“, sagt der Bundeswehr-Sprecher. Bei solchen Teamübungen würden zum Beispiel Stellungsräume erkundet, es gehe um die Zusammenarbeit in den Kompanien: „Das gesamte Handwerk, das ein Soldat beherrschen muss“, so Arning. In seinen drei Jahren als Pressesprecher sei das jetzt allerdings für ihn der erste internationale Einsatz in der Region gewesen.

Am Ende der Woche hat auch das niederländische Verteidigungsministerium auf unsere Anfrage geantwortet:

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