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Am dritten Tag der Glaubenswoche von St. Sixtus verabredeten sich Pfarrer Michael Ostholthoff und Christoph Metzelder auf der Festzelt-Bühne zum Talk über Gott und die Welt.

Haltern

, 12.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Messdiener, Musiker, Vize-Weltmeister auf dem Fußballplatz - traut sich Christoph Metzelder auch das Amt des Bundespräsidenten zu? Diese Frage sollte an diesem Abend beantwortet werden. Anschließend unterhielt das Trio „3Uneinigkeit“, bestehend aus einem protestantischen und zwei katholischen Kabarettisten, mit satirischen, bissigen Zuspitzungen über Papst, Bibel, kirchliches Ehrenamt und Anderssein.

Wie bei den bisherigen Veranstaltungen der Glaubenswoche unter dem Leitwort „Von Menschen lernen, Christ zu sein“ füllte sich das Zelt auf dem Alten Markt früh. 45 Minuten stellte sich ein entspannter Christoph Metzelder den Fragen von Michael Ostholthoff. Der hatte viel über seinen prominenten Gast recherchiert und bei Youtube eine sympathische Beschreibung gefunden: „Ein Junge aus Haltern, der ist doch hier gebürtig.“

Messdiener, Klarinettenspieler und Kirchenzeitungsbote

Ja, Metzelder kam 1980 in der Stadt am See zur Welt, war Messdiener, Klarinettenspieler im Pfarrorchester, Kirchenzeitungsbote, begann seine Karriere 1986 als Torwart beim TuS, feierte später als Innenverteidiger national und international Erfolge, teilt als Stifter Ruhm und Freude mit benachteiligten Jugendlichen, trägt das Bundesverdienstkreuz und spielt beruflich auf vielen Kanälen. „Ich bin ein Unruhe-Geist“, gestand er seinem Gegenüber.

Christoph Metzelder sprach bei Glaubenswoche über Gott und die Welt

Pfarrer Michael Ostholthoff tauschte sich mit Christoph Metzelder aus. © Foto:Elisabeth Schrief

Er sprach über wichtige Spiele, schwierige Situationen, seine größte Niederlage, Druck auf dem Fußballplatz und persönliche Einschläge. Als er mit 23 Jahren vom Verletzungspech verfolgt war und sein Aus als Fußballer drohte, habe er angefangen, sich unternehmerisch und sozial zu betätigen. „Und oft habe ich eine Kerze in der Sixtuskirche angezündet. Ich wollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, um gesund zu werden.“

Einsatz für ein lebenswertes Land

Diese zuversichtliche Frömmigkeit gefiel Pfarrer Ostholthoff. Für ihn gab es noch zwei entscheidende Dinge zu klären: Wird Metzelder Bundestrainer oder noch besser: Bundespräsident? Ob Trainer oder Manager, das sei noch nicht gewiss. Auf jeden Fall, so Christoph Metzelder, habe er seiner Mutter versprochen nach der A-Lizenz auch den Fußballtrainer-Schein zu machen. „In westfälischer Bescheidenheit sage ich, mein Leben könnte ebenso in einer politischen Karriere enden“, schmunzelte der Talkgast. Nichts ist klar, nur das: Christoph Metzelder möchte Verantwortung für das Land übernehmen, damit es lebenswert bleibt.

Jedes Bestreben dafür beginnt im Kleinen. „Kirche und Sport können sich gegenseitig mitreißen und gemeinsam in die Gesellschaft hineinwirken, in der Hoffnung, dass ein Ruck durch Haltern geht“, fand Pfarrer Ostholthoff ein schönes Schlusswort. Christoph Metzelder verließ die Bühne mit einem Lob: Es sei gut, dass Kirche auf die Straße gehe, „dahin, wo die Menschen sind.“

Schlagabtausch beim theologischen Kabarett

Wenn sie das tue, so knüpfte Pfarrer André Pollmann, müsse sie auch über sich selbst lachen können. Deshalb begrüßte er das theologische Kabarett mit Urs von Wulfen, Christoph Tiemann und Markus von Hagen.

Christoph Metzelder sprach bei Glaubenswoche über Gott und die Welt

Das Trio „3Uneinigkeit“ unterhielt mit satirischen, bissigen Zuspitzungen über Papst, Bibel und kirchliches Ehrenamt. © Foto:Elisabeth Schrief

Die Drei kamen, um zu streiten – und das Publikum zu begeistern. „Stellen Sie sich vor, Jesus hätte als Sohn eines Unternehmers aus Hullern verkündet, er wolle Wanderprediger werden“, färbten sie ihr Programm mit Lokalkolorit. Es hätte bösen Tratsch gegeben, denn Anderssein auf dem Dorf sei nicht leicht. Nach hintergründigem Schlagabtausch als Fortführung des Gott-und-die-Welt-Abends entließ die „3Uneinigkeit“ das Publikum mit einer Botschaft: „Wir sind immer auf dem Weg, wer stehen bleibt, der ist verlassen.“ Auch von Kabarettisten lässt sich lernen, Christ zu sein.

Der Talk „Über Gott und die Welt“ im Rahmen der Glaubenswoche ist der Auftakt eines neuen Formats. Pfarrer Dr. Michael Ostholthoff kündigte an, künftig zweimal im Jahr Gesprächspartner ins Alte Rathaus einzuladen, die der Gesellschaft Impulse geben. „Da kommen Welt und Kirche gut zusammen“, sagte er.
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