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Die Stadt entwickelt ein neues Quartier an der Annabergstraße

hzBauen in Haltern

An der Annabergstraße entsteht ein Quartier, in dem auf engem Raum Wohnen und Arbeiten gleichzeitig möglich sein soll. Hier möchte die Stadt erstmals Neues ausprobieren.

Haltern

, 08.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Stadt will mit Beteiligung der Politik das Baugebiet „Mittlere Annabergstraße“ auf den Weg bringen. Es handelt sich um eine 1,6 Hektar große Fläche zwischen angrenzender Wohnbebauung von Philippi- und August-Stieren-Straße. Sie befindet sich in Privatbesitz. Dieses Areal ist geprägt vor allem von - zum Teil heruntergekommenen - Lagerhallen, Geschäftshäusern, Büros, Werkstattgebäuden, Garagen und viel versiegelter Fläche.

Weniger Abstand

Hier möchte die Stadt erstmals die neue, im Mai 2017 in Kraft gesetzte Baugebietskategorie „Urbane Gebiete“ realisieren. Der neue Baugebietstyp erlaubt den Kommunen, auch in stark verdichteten städtischen Gebieten oder in Gewerbegebieten Wohnungen zu bauen und Gebäude als Wohnraum zu nutzen, ohne Handwerksbetriebe zu verdrängen. Das Bundesbauministerium hat das Bundesbaugesetz im Mai 2017 entsprechend geändert, um eine Stadtentwicklung in Gang zu setzen, die auf weniger Flächenverbrauch ausgerichtet ist. Auch der Bereich Pastors Kamp zwischen Innenstadt und Bahnhof soll in naher Zukunft als urbanes Gebiet entwickelt werden.

„Dichter bauen und das Miteinander von Wohnen und Arbeiten im Quartier zu erleichtern“, ist das Ziel der Stadt. Das schreibt Ferdinand Stock vom städtischen Bauamt in einer Vorlage für den nächsten Stadtentwicklungsausschuss am 14. Februar (Donnerstag). Bauen werde erheblich günstiger, denn ein Grundstück könne weit besser ausgenutzt und der Bestand übergangslos gesichert werden. Die üblichen Abstandsgrenzen gelten hier nicht.

Einzel- und Doppelhäuser

Der Kfz-Betrieb, die Gastronomie sowie die Tierarztpraxis werden zwar in den Bebauungsplan „Mittlere Annabergstraße“ einbezogen, bleiben aber erhalten. Dagegen soll der größte Teil der gewerblich genutzten Gebäude sowie Garagen und Lagerflächen abgebrochen werden.

Stattdessen entstehen an der Annabergstraße zweigeschossige Einzel- und Doppelhäuser, die sich in das Gesamtbild einfügen sollen. Die Kosten für die Realisierung und Erschließung trägt der Erschließungsträger, der Stadt schafft allein Planungsrecht. Das Verfahren beginnt aktuell mit der ersten Offenlegung der Pläne. Den Beschluss dazu soll der Ausschuss am 14. Februar fassen. „In diesem Jahr wird es aber definitiv noch keinen Baustart geben“, sagte Stadtsprecher Thomas Gerlach zur Zeitschiene.

Fledermäuse gesichtet

Für das neue Quartier liegt bereits eine artenschutzrechtliche Betrachtung vor. Darin heißt es, dass sich durch die Überplanung der Grundstücke der versiegelte Flächenanteil reduziere und der ökologische Wert durch Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern erhöhen werde. Allerdings wurden Zwergfledermäuse gesichtet. Deshalb müssen vor Abriss alle Gebäude auf Besiedlung geprüft werden und generell darf der Bagger nur außerhalb der Sommerquartierzeiten von Fledermäusen anrücken. Bereits jetzt wurden sechs Fledermauskästen in dem Bereich aufgehängt.

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