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Die Stadt Haltern sucht Lösungen, weil 64 Kinder keinen Betreuungsplatz haben

hzKindergartenplätze

Seit 2016 sind in Haltern 199 neue Kindergarten-Plätze entstanden, dafür hat die Stadt über fünf Millionen Euro in die Hand genommen. Und schon wieder überrascht die Stadt mit neuen Plänen.

Haltern

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Stadt muss weiter bauen, wenn sie alle Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz versorgen will. Das kündigte Jugendamtsleiter Gisbert Drees im Ausschuss Generationen und Soziales am 7. Februar im Rathaus an.

„Im U 3-Bereich können inzwischen rund 70 Prozent der Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr in Einrichtungen betreut werden“, sagte er, „doch für 64 Ü 3-Kinder fehlen im Sommer Plätze.“ Die Verwaltung sucht nach Lösungen und erhält möglicherweise Unterstützung. Michael Hiesgen, der in Hamm-Bossendorf die Katharinenhöfe auf dem ehemaligen Dickerhoff-Gelände baut, hat in einem Gespräch mit Siegfried Schweigmann (Leiter für den Bereich Rechts- und Standesamtswesen) signalisiert, dass eine zwei- bis dreigruppige Kita in dem großen Wohnkomplex mit über 100 Wohnungen durchaus denkbar wäre.

Gedankenspiel für Bossendorf

„Der Investor will die Überlegungen in die Planungen einbeziehen“, sagte Siegfried Schweigmann im Ausschuss. Diese „brandneue Idee“ beruhige ihn ungemein, warf Bürgermeister Bodo Klimpel in der Sitzung ein.

„Das ist tatsächlich ein Gedankenspiel“, erklärte Michael Hiesgen auf Nachfrage der Halterner Zeitung. Theoretisch sei eine Kita denkbar, allerdings müsse er pro Kind eine Aussenspielfläche von zehn bis zwölf Quadratmetern bereitstellen. Diese Vorgabe des Landesjugendamtes könne bei den Planungen Probleme bereiten.

Die Stadt Haltern sucht Lösungen, weil 64 Kinder keinen Betreuungsplatz haben

Die Stadt kann sich vorstellen, die Tageseinrichtung für Kinder in Holtwick vorübergehend um ein Modul zu erweitern. 20 bis 25 Jungen und Mädchen könnten dann zusätzlich betreut werden. © Elisabeth Schrief

Neue Fertigmodule

Die Verwaltung bereitet in jedem Falle weitere Entscheidungen vor und schaut, an welchen Orten neue Plätze geschaffen werden könnten.

  • Im Pfarrheim St. Antonius Lavesum könnte in Absprache mit der katholischen Kirche eine vierte Gruppe Bedarfe auffangen. „Vorausgesetzt, es gibt genügend Kinder beziehungsweise Familien, die auch einen Betreuungsplatz außerhalb ihres Ortsteils akzeptieren würden“, verdeutlichte Gisbert Drees.
  • Die städtischen Einrichtungen an der Conzeallee und in Holtwick könnten übergangsweise durch die Anmietung von Fertigmodulen um jeweils eine Gruppe für 20 bis 25 Kinder über drei Jahren erweitert werden. Eine dauerhafte Erweiterung der Kitas ist nicht vorgesehen.
  • Abhängig von den Verhandlungen mit dem TuS Haltern wird entweder eine neue Kita an der Stauseekampfbahn gebaut, alternativ funktioniert die Stadt die leerstehende Martin-Luther-Schule am Hennewiger Weg um. Eine dieser Varianten soll auf jeden Fall im Laufe des Kindergartenjahres 2019/20 den Betrieb aufnehmen. TuS-Vorsitzender Christoph Metzelder sprach im nichtöffentlichen Teil der Sitzung mit den Ausschuss-Mitgliedern über den Planungsstand. Es geht um einen größeren finanziellen Einsatz der Stadt.
  • Weil Haltern ein beliebter Zuzugsort ist, ist nach Ansicht des Jugendamtes eine weitere neue Kita keineswegs utopisch. „Deshalb arbeiten wir daran, die planungsrechtlichen Voraussetzungen auf einem städtischen Grundstück im Kreuzungsbereich Dorstener Straße/Krumme Meer zu schaffen“, erläuterte Jugendamtsleiter Drees.

Das Thema Kindertagesbetreuung ist laut Gisbert Drees allgegenwärtig und er könne nicht sagen, wie lange das noch so sein werde.

Neue Überprüfungen

Fachkräftemangel und unkalkulierbare Geburtenzahlen seien die einen Probleme, Überprüfungen des Landesjugendamtes die anderen. Auf Veranlassung des Landesrechnungshofes werden derzeit alle Kitas auf die Betriebserlaubnisse geprüft. In vielen Fällen werde festgestellt, dass bei der aktuellen Belegung (in Haltern sind viele Gruppen aufgestockt worden) und den aktuellen räumlichen Bedingungen eine solche Erlaubnis nicht unbedingt erteilt werde. Dann müsse die Situation in Haltern angepasst werden und das führe in allen Fällen zu weniger Plätzen, führte Drees weiter aus. Bauliche Anpassungen wiederum zögen hohe finanzielle Aufwendungen nach sich. „Das würde die Situation weiter verschärfen.“

Hoffnungen setzt die Stadt in die Reform des Kinderbildungsgesetzes. Die bisherige Unterfinanzierung der Träger soll dauerhaft auf solide Grundlagen gestellt werden, sodass es auch für Träger wieder attraktiv wird, Kitas zu betreiben. Gisbert Drees bedauerte allerdings, dass die verbesserte Finanzierung zur Hälfte über die Kommunen mitgetragen werden solle.

Am 14. März, in der nächsten Sitzung des Ausschusses Generationen und Soziales, wird Jugendamtsleiter Gisbert Drees den Sachstand wieder aktualisieren.

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