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„Einheitliche Öffnungszeiten der Halterner Geschäfte können nicht erzwungen werden“

hzEinzelhandel

In Zeiten der Digitalisierung muss der Handel neu denken, auch bei den Öffnungszeiten, sagt Peter Heckmann. Zumindest einheitlich sollten die Öffnungszeiten sein, finden Kunden.

Haltern

, 09.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Morgens um 9 Uhr: Die ersten wenigen Läden schließen auf. Morgens um 9.30 Uhr: Die nächsten Türen öffnen sich. Morgens um 10 Uhr: Jetzt ist einkaufen überall möglich. Wann gibt es endlich einheitliche Öffnungszeiten in Haltern? Christoph Kleinefeld, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft Haltern am See, sagt: „Vermutlich niemals!“ Doch der Blick in die Nachbarstädte, sogar in die Großstädte zeige: „Dort ist es in Wahrheit auch nicht anders.“ Einzig das Shoppingcenter könne mittels Mietvertrag die Öffnungszeiten regeln. Das Thema sei so alt wie der Handel selbst, findet Christoph Kleinefeld.

Die Unzuverlässigkeit nervt, wie eine Blitzumfrage auf dem Halterner Wochenmarkt ergab. Grundsätzlich sind die Halterner zwar mit den Öffnungszeiten einverstanden, doch wünschen sie sich eine bessere Struktur. Morgens sollten die Läden alle gleichzeitig zu einer festen Zeit offen schließen und auch samstags einheitlich und länger als bis mittags einen Einkauf in der Innenstadt ermöglichen.

Nicht vernetzt

Jens von Lengerke (47), Abteilungsleiter für die Bereiche Handel und Dienstleistungen in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, kann den Unmut verstehen. Uneinheitliche Öffnungszeiten seien Klassiker in Kommunen wie Haltern. „Ich fürchte, dieses Thema lässt sich nicht auf absehbare Zeit lösen“, sagte er auf Nachfrage der Halterner Zeitung. Gerade für Inhaber-geführte Geschäfte seien Öffnungszeiten wie in Ladenketten wirtschaftlich nicht darstellbar. Wichtig seien dann aber vereinheitlichte Kernöffnungszeiten und die Auffindbarkeit eines jeden Geschäftes im Internet. Wenigstens die Öffnungszeiten sollten publik werden. Aber eine IHK-Umfrage habe jüngst ergeben, dass längst nicht alle traditionellen Fachhändler den Schritt in eine vernetzte Handelswelt schaffen.

Oliver Entrop, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Haltern, zweifelte schon bei einer Umfrage der Halterner Zeitung vor zwei Jahren über die Notwendigkeit: Müsse denn Haltern unbedingt versuchen, mit den Großstädten mitzuziehen? „Nein, wir haben hier eine Gemeinschaft, kein Center-Management – wenn wir uns auf einen Schritt in eine gemeinsame Richtung einigen, wäre das zwar schön.“ Aber erzwingen könne man das nicht.

Freitags und samstags

Peter Heckmann (Modehaus Heckmann) hatte die Diskussion damals wiederholt ins Rollen gebracht. Aber das Thema sei für ihn zu Ende gedacht. „Wir werden es nie schaffen, dass Halterns Geschäfte einheitlich öffnen, weil jeder Betrieb unterschiedliche Ansprüche hat.“ Dauerhaft sei es allerdings strategisch wichtig, wenigstens freitags und samstags eine große Schnittmenge zu erreichen. Das seien inzwischen die wichtigsten Einkaufstage. „Wir müssen neu denken und uns mehr auf unsere Kunden einstellen“, findet Peter Heckmann. Er schlägt Kernöffnungszeiten von 9.30 bis 13 und 14.30 bis 18.30 Uhr vor, um Kunden Verlässlichkeit anbieten zu können.

Handelsforschung

Das Institut für Handelsforschung aus Köln hat im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Workshops zum Thema Perspektiven für den Einzelhandel angeboten und sieht dabei die Öffnungszeiten als Grundvoraussetzung. Im Abschlusspapier heißt es: „Einheitliche Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt sind unbedingt notwendig. Dies setzt ein hohes Maß an Selbstorganisation und Beteiligung des lokalen Handels voraus.“

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