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Halterner Schulleiter können die Teilnahme an Klimaschutzdemos nicht genehmigen

hzFreitagsdemos

Am Freitag (15. März) startet in Recklinghausen die erste „Fridays for Future“-Schüler-Demo. Während der Schulzeit dürfen Halterner Schüler daran aber offiziell nicht teilnehmen.

Haltern

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Freitag demonstrieren erstmals Schüler auch in Recklinghausen für den Schutz des Klimas auf unserem Planeten. Sie schließen sich damit der von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg angestoßenen Bewegung der Freitagsdemonstrationen unter dem Motto „Fridays For Future“ an. Auch Halterner Schüler wollen sich beteiligen, was sie offiziell aber nicht dürfen.

In den sozialen Netzwerken gibt es Aufrufe und Einladungen, sich zu beteiligen und mit nach Recklinghausen zu fahren. „Ihr werdet es nicht bereuen, etwas für den Klimaschutz zu tun“, heißt es dort unter anderem.

Um 11 Uhr beginnt die Demonstration am Recklinghäuser Hauptbahnhof. Die Halterner Schulleiter stellen aber eindeutig klar, dass sie eine Teilnahme nicht genehmigen können.

Unentschuldigtes Fehlen wird im Zeugnis vermerkt

„Grundsätzlich begrüße ich es natürlich, wenn sich Schüler politisch interessieren und engagieren und sich Gedanken über die Zukunft unseres Planeten machen“, sagt Ulrich Wessel, Schulleiter des Joseph-König-Gymnasiums. Eine Schülerin hat bei ihm eine Beurlaubung für die Demo beantragt. „Die konnte ich leider nicht genehmigen, denn es handelt sich um unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht“, sagt Wessel. „Das würde auch im nächsten Halbjahreszeugnis vermerkt“, so der Halterner Schulleiter.

„Die Anweisungen des Schulministeriums sind da eindeutig“, bestätigt auch Frank Cremer, Schulleiter der Alexander-Lebenstein-Realschule. „Das Ministerium begrüßt grundsätzlich den Einsatz für den Klimaschutz. In der Schulzeit kann das aber nicht genehmigt werden. Trotz des Rechts auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit greift natürlich die Schulpflicht, die als höheres Gut eingestuft wird. Schließlich gäbe es genug Möglichkeiten, diese Demos auch außerhalb der Schulzeiten zu veranstalten, etwa am späten Nachmittag oder auch am Samstag“, so Cremer. An der Realschule gab es bisher auch keinen Antrag auf Beurlaubung. Sollten Schüler unentschuldigt fehlen, gebe es unterschiedliche pädagogische Maßnahmen, die dann greifen könnten, so Cremer.

„Außerhalb der Schulzeit wären die Demos glaubwürdiger“

An der Joseph-Hennewig-Hauptschule sind Schulleiterin Dagmar Perret keine Aktivitäten von Schülern bekannt, die an der Demo teilnehmen möchten. „Ich finde das Engagement zwar grundsätzlich gut“, sagt auch sie. „Aber es wäre glaubwürdiger, wenn die Demos außerhalb der Schulzeit stattfinden würden. So bekommen sie leider einen Beigeschmack“, so die Schulleiterin.

Am Hans-Böckler-Berufskolleg mit Sitz in Marl und Dependance in Haltern gab es ebenfalls keine Anfragen von Schülern. „Das Schulministerium hat sich dazu ja auch eindeutig geäußert, dass die Teilnahme nicht genehmigt werden kann“, sagt Schulleiter Wolfgang Großer. „Wenn es allerdings im Rahmen eines Unterrichtsprojekts wäre, dann wäre das unter Umständen grundsätzlich möglich. Das ist bei uns derzeit aber nicht der Fall“, so Großer.

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