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„In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die Grippewelle Haltern erreicht“

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In NRW steigt die Zahl der gemeldeten Grippefälle mitterweile an. Um Haltern scheint die Influenza bisher aber einen Bogen zu machen. Entwarnung bedeutet das aber noch nicht.

Haltern

, 10.02.2019 / Lesedauer: 3 min

1881 Grippefälle hat das Robert-Koch-Institut in NRW für die Woche vom 14. bis 20. Januar verzeichnet. Haltern jedoch scheint von der Influenza bisher verschont worden zu sein. Im Kreis Recklinghausen gab es in der aktuellen Grippesaison seit Oktober bisher 56 Grippefälle - 51 davon wurden im Januar gemeldet. „Die Zahlen weisen nach oben, aber es hält sich alles noch in Grenzen“, sagt der Sprecher des Kreises, Jochem Manz.

Diesen Eindruck bestätigt auch der Blick nach Haltern. „Manche haben die Symptome, aber die Influenza-Abstriche waren bisher alle negativ“, sagt der Halterner Allgemeinmediziner Björn Hollensteiner. „Die Erkältungsfälle haben sich schon gehäuft, es ist richtig gut was los.“ Auch im St.-Sixtus-Hospital ist die Lage derzeit entspannt, sagt der Leiter der dortigen Pneumologie, Dr. Lars Heining: „Wir hatten bisher einen Patienten mit einer bestätigten Influenza.“ Im Sixtus-Hospital werden alle Patienten mit einer akuten Atemwegserkrankung auf Influenza getestet.

„Der Februar ist das Saisonhoch“

Trotz der entspannten Lage sei die Grippegefahr aber noch nicht überstanden: „In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die Grippewelle Haltern erreicht“, so Heining. In der vergangenen Saison waren die meisten Grippefälle in NRW in der achten Kalenderwoche verzeichnet worden. Das ist in diesem Jahr die Woche vom 18. bis 24. Februar. „Der Februar ist das Saisonhoch, aber es ist eine ganz andere Situation als im vergangenen Jahr. Da hatten wir viele Influenzafälle, die wir stationär betreut haben.“ In der vergangenen Saison von 2017 auf 2018 waren insgesamt 966 Personen im Kreis an der Grippe erkrankt.

Ob die aktuell entspannte Situation an der in dieser Saison von den Krankenkassen erstmals übernommenen Vierfach-Impfung liegt, das könne man so nicht sagen, meint Björn Hollensteiner: „Es ist keine Korrelation, die man einfach so herstellen kann.“ Dr. Lars Heining hingegen vermutet, dass der Vierfach-Impfstoff eine bessere Wirksamkeit zu haben scheine. Darüber hinaus hätten sich in dieser Saison mehr Leute impfen lassen, so Heinings Eindruck.

Gerade bei chronisch Kranken wie Diabetikern, Chemotherapie-, Lungen- oder Rheumapatienten oder Menschen, die Medikamente, die das Immunsystem schwächen, nehmen müssen, sei ein ausreichender Grippeschutz sinnvoll, sagte die Halterner Ärztesprecherin Dr. Astrid Keller dazu Anfang Dezember. Gleiches gelte für Asthma- und COPD-Patienten. Eben diese Patienten würden auch im Sixtus-Hospital auf die Grippe geprüft, so Heining. Denn durch eine Grippe könne sich bei diesen Patienten das Krankheitsbild verschlechtern. „Der Virus schwächt das Immunsystem, dadurch haben es auch etwa Bakterien leichter.“

  • Seit Jahresbeginn wurden in NRW 3464 Grippefälle (Stand: 6. Februar) erfasst. Im Vorjahreszeitraum waren es mit 8131 Fällen in NRW mehr als doppelt so viele (+57 Prozent).
  • Da die Zahlen nur kreisweit erhoben werden, gibt es keine Zahlen für Haltern.
  • Generell gebe es bei der Stadt Haltern in den Wintermonaten einen leichten Anstieg an Krankheitsfällen, aber das sei aktuell nicht mehr als in den vergangenen Jahren, sagt der Pressesprecher der Stadt Haltern, Thomas Gerlach.
  • Bei dem Influenza-Virus handelt es sich um einen meldepflichtigen Krankheitserreger.
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