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Seit zweieinhalb Jahren brauen Toddy und Gabriele Geldmann ihr Halterner Böcken-Bräu. Ständig verfeinern sie ihre Kenntnisse und tüfteln immer wieder neue Geschmacksrichtungen aus.

Haltern

, 12.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Ernte 2018 ist eingefahren: Zum zweiten Mal haben Toddy und Gabriele Geldmann in diesem Jahr ihren Halterner Hopfen angebaut und geerntet. Die neue Produktion der handgemachten Halterner Biere ist angelaufen.

Ein eigenes Bier brauen – wie kommt man eigentlich auf so eine Idee? „Wir wollten immer mal ein eigenes Produkt kreieren“, sagt Toddy Geldmann. Er überlegte, dass das eine Beziehung zum Biergarten „Jupp“ haben könnte. Und was liegt da näher als Bier selbst herzustellen? „Das könnte man mal machen“, dachte er.

50 Liter große Braukessel

Wenn Toddy Geldmann denkt, „Das könnte man machen“, dann macht er das auch meistens. Für seinen kreativen Ideenreichtum ist der Unternehmer nicht nur in Haltern bekannt. Auf einer Messe fanden die Geldmanns Braukessel, die ein Hersteller in einem kleineren Format anbietet. „Die fassen 50 Liter und die Kosten liegen bei 3000 Euro“, so Toddy Geldmann. „Das kann man mal investieren. Große Braukessel sind nur für hohe fünfstellige Summen zu bekommen.“

Toddy Geldmann braut mit Hullerner Hopfen echtes Halterner „See“-Bier

So sieht eine Hopfendolde aus. © Jürgen Wolter

Mit der Anschaffung des ersten Braukessels ging es vor zweieinhalb Jahren los. Schnell kamen ein zweiter und ein dritter dazu. Heute kann das „Sudhaus am See“ in Hullern 130 bis 150 Liter Bier pro Tag produzieren. Das „Böcken-Bräu“ ist inzwischen zu einer bekannten Halterner Marke geworden.

„Learning by doing“

Der Brauvorgang dauert rund zwölf Stunden. Und dabei kommt es auf die Feinheiten an. Die unterschiedlichen Hopfen- und Malz-sorten bestimmen Aroma und Geschmack. „Wenn man den Hopfen nur ein paar Minuten früher oder später zufügt, schmeckt das Bier gleich anders“, so Toddy Geldmann.

Die Kenntnisse haben sich Toddy und Gabriele Geldmann nach und nach selbst angeeignet. „Learning by doing“, lautete die Devise.

Die ersten Flaschen standen zur Fußballeuropameisterschaft 2016 in den Regalen von Jupps Biergarten. Aber da tüftelte Toddy Geldmann schon an der nächsten Idee, denn er ist nicht nur Unternehmer, er ist vor allem Halterner Unternehmer.

Toddy Geldmann braut mit Hullerner Hopfen echtes Halterner „See“-Bier

Die „Hopfenplantage“ an der Orsteinfahrt Hullern vor der Ernte. © Privat

Sein Bier sollte so viel Haltern enthalten wie möglich. Halterner Brauwasser war bereits die Grundlage. Der eigene Hopfenanbau war da eigentlich der nächste logische Schritt. 2017 pflanzten die Geldmanns 60 Hopfenpflanzen in ihrem Garten. Wer auf der Hullerner Straße Richtung Seppenrade unterwegs ist, kann sie direkt an der Ortseinfahrt Hullern sehen.

Unterstützung durch die Werkstätten Karthaus in Dülmen

28 Kilogramm Hopfen wurden in diesem Jahr geerntet, wegen der Trockenheit nicht ganz so viel wie vor einem Jahr. Das ist aber kein Problem, denn in diesem Jahr bekommt die kleine Brauerei Lieferungen aus den Werkstätten Karthaus, in denen auch Menschen mit Behinderungen tätig sind. Der Leiter, Michael Stüer, wohnt ebenfalls in Hullern und wurde durch Toddy Geldmann dazu angeregt, den Hopfen auch in Karthaus anzubauen. Und der wird jetzt zurzeit frisch aus der Nachbarschaft auch nach Hullern angeliefert.

Toddy Geldmann braut mit Hullerner Hopfen echtes Halterner „See“-Bier

Bei der Ernte (v.l.n.r.): Toddy Geldmann, Kirsten Krosta, Reiner Grawe, Gabriele Geldmann und Tekla Klimse. © Privat

„Wir sind hier in der Lage ein frisch gehopftes Bier zu brauen“, sagt Toddy Geldmann. „Das ist eine absolute Besonderheit, das ist bei den großen Brauereien nicht möglich.“ Dort wird normalerweise mit Hopfen-Pellets gearbeitet. Dazu wird der Hopfen schock-gefrostet.

Mit Frostung arbeitet das Sudhaus am See allerdings auch. „Hopfen verliert innerhalb von 24 Stunden 50 Prozent seines Aromas, wenn er geerntet ist“, sagt Toddy Geldmann.

See-Bär und See-Fuchs

Vier Biersorten werden aus der neuen Hopfenernte gebraut. Insgesamt sind zurzeit zehn verschiedene Biere lieferbar. Sie heißen „See-Bär“ „See-Fuchs“ oder „See-Adler“ und stellen auch als Marke einen direkten Bezug zur Seestadt her. Mehrmals wurden auch Biere für einen guten Zweck verkauft. Ein Township-Projekt in Südafrika sowie die Halterner Bürgerstiftung wurden bereits mit den Erlösen unterstützt.

Immer wieder kreieren Gabriele und Toddy Geldmann neue Biere, probieren neue Mischungen aus. Aus der Ideenschmiede in Hullern sind mit Sicherheit bald wieder Neuigkeiten zu erwarten.

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