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Abschied vom Alban-Berg-Quartett

ESSEN Musikalische Weisheit zahlt sich immer aus. Zumindest für die Hörer. Wie in aller Welt nahmen sie auch in Essen mit stehenden Ovationen "Abschied vom Alban-Berg-Quartett". So überschrieb das Klavier-Festival Ruhr den Abend in der Philharmonie, an dem es nur Quintette zu hören gab.

Abschied vom Alban-Berg-Quartett

Pianistin Elisabeth Leonskaja spielte in Essen.

Heinrich Schiff spielte das zweite Cello in Schuberts grandiosem Streichquintett, Elisabeth Leonskaja und Alois Posch ergänzten die Besetzung im "Forellenquintett" um Klavier und Bass. Wir werden sie vermissen, diese innigen Soli von Günter Pichler, der immer so spielt, als wäre er in mindestens eine Hörerin verliebt und würde ihr sein ganzes Herz ausschütten.

Zusammen mit dem zweiten Geiger Gerhard Schulz, Valentin Erben am Cello und in den letzten Jahren Isabel Charisius an der Viola bildete er die perfekte Kombination aus intellektuellem Verständnis, sinnlichen Klängen und temperamentvollem Leben. Ihre feingesponnene zarte Klangkultur hat seit 1971 neue Maßstäbe gesetzt und sich stets weiter entwickelt.

Auch ohne Quartette war davon viel zu hören. So wie im Finale des Streichquintetts, wo aus engstem Grad der Verschmelzung heraus Isabel Charisius an der Bratsche schneidend scharfe Akzente inszenierte.

Bei aller Ausdruckskraft stets mit innerer Ruhe

Solche Momente zogen sich durch den ganzen Abend. Heinrich Schiff spielte mit pulsierend körperlich empfundener Phrasierung. Das gilt auch für Alois Posch. Elisabeth Leonskaja fügte sich am Klavier großartig in den Gesamtklang ein. Mit luftig leichtem Ton, hellwach und dynamisch sehr aufmerksam.

Musikalische Weisheit, dazu zählt diese atmende, intensiv sprechende Phrasierung, die bei aller Ausdruckskraft immer in sich zu ruhen scheint, die tänzerischen Rundungen, das enorme Gefühl für Spannung, die immer am Beginn eines Akzentes voll da ist, und nicht träge nachgeschoben wird. Hätte es so ein Quartett nicht gegeben, man müsste es dringend erfinden.

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