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Belcanto-Werk war 70 Jahre vergessen

GELSENKIRCHEN Von weit angereist waren viele Besucher, um am Sonntag im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, die konzertante Aufführung und deutsche Erstaufführung der vergessenen Donizetti-Oper "L'assedio di Calais" zu hören.

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 04.02.2008

Donizetti schrieb mehr als 70 Opern, diese - 1836 in Neapel uraufgeführt - war seine 49. Mit ihr und ihrem historischen Stoff aus dem 100-jährigen Krieg zwischen Frankreich und England hatte er damals vor, die französische Opernbühne zu erobern, was aber nicht gelang. Donizetti hatte den Ehrgeiz, Elemente der italienischen Opera seria mit denen der französischen Grand opera zu verbinden.

Bravourös besetzt

Dirigent Bernhard Stengel hat die musikalischen Besonderheiten genau erkannt und brachte sie mit der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Opern- und Extrachor sowie einem bravourös besetzten Solistenensemble optimal zum Klingen.

Solisten bejubelt

Bejubelt und mit Bravos bedacht wurden vor allem die solistischen Leistungen: die leidenschaftliche Intensität von Mezzosopranistin Anna Agathonos und die ungemeine Wärme von Strahlkraft des Soprans von Claudia Braun. Richetta Manager (Foto) sang die Isabella.

Tenor Christian Helmer war ein herzergreifender Bürgermeister von Calais, Melih Tepretmez stimmgewaltig als englischer König.

Belcanto-Hochburg

Faszinierend sind Donizettis große Ensembleszenen an den Aktschlüssen - sie erreichen mozartsche Qualität und Dichte. Das Gelsenkirchener Musiktheater hat mit der Aufführung einmal mehr seinen Ruf als Belcanto-Hochburg im Revier bestätigt.  

Es gibt nur eine Wiederholung am 10.2. um 18 Uhr. Karten: Tel. (02 09) 40 97 200.