Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Big Deal" beeindruckt am WLT

CASTROP-RAUXEL Mark hat sturmfreie Bude. Große Party mit geladenen und ungebetenen Gästen. Plötzlich ist die Fete aus und Polizei im Haus. Mark wird mit Hasch erwischt und abgeführt.

"Big Deal" beeindruckt am WLT

lex (Gerrit Pleuger, hinten) macht Mark (Alexander Leder) begreiflich, wie abhängig er vom Hasch ist.

Das Westfälische Landestheater (WLT) spielte am Sonntag "Big Deal?" vom Kanadier David S. Craig. Ein Stück zum Thema "Drogen", das man Pädagogen, Eltern und Jugendlichen wärmstens ans Herz legen kann. Nicht weil es Antworten oder Lösungen parat hat, sondern weil es die richtigen Fragen stellt. Und sich dem Sujet ohne Zeigefinger und Moralkeule nähert, in großer sprachlicher und situativer Lebendigkeit.

Der kiffende Teenager wird nicht an den Pranger gestellt, vielmehr sein Umfeld ausgeleuchtet. Das gespannte Verhältnis zum Vater. Marks Rolle in der Clique. Sein Lebensgefühl, sein Credo in Sachen Hanf.

Wir werden Zeuge des Beratungsgesprächs zwischen Mark (Alexander Leder) und der Sozialarbeiterin Alex (Gerrit Pleuger). Marks kontrollwütiger Vater (Stefan Leonard) mischt sich ein. Er war es, der die Polizei gerufen hat.

Worte wie Seifenblasen

Die Sozialarbeiterin vermittelt, beschwichtigt - und hört geduldig zu. Mark spult die Litanei ab, mit der Haschraucher sich in Sicherheit wiegen: Keine harte Droge, nur Mutter Natur. Bin nicht süchtig, kann sofort aufhören. Andere paffen mehr. Alles im grünen Bereich! Schönfärberische Seifenblasen aus dem Mund eines chronischen Kiffers. Die Beraterin bringt sie zum Platzen, auf erstaunlich sympathische Art.

Drogenprobleme sind Persönlichkeitsprobleme. Klingt banal, ist aber des Pudels Kern. "Big Deal?" zeigt den Musterfall einer kompetenten Erstberatung und hält Eltern wie Teenagern den Spiegel vor. Ein kluges, reiches, frei atmendes Stück! Catharina Fillers hat Regie geführt. Stark, wie Alexander Leder den Mark spielt: Trotzig, wütend, augenverdrehend, von Einsicht weit entfernt. Gerrit Pleuger gefällt als patente Sozialarbeiterin. Stefan Leonard (als Vater) sollte einen Tick weniger aufbrausen, dann wird's noch glaubhafter.

Infos unter Tel. (02305) 97 80 20.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

DORTMUND Der Dortmunder Schauspielchef Kay Voges hat eine Vision. Er will für vier Millionen Euro eine „Akademie für Digitalität“ gründen, in der das Theater der Zukunft gelehrt wird. Und das ist spektakulär.mehr...

Essen Reicher Süden, armer Norden. Das erlebte das Publikum auch am Dienstagabend im Grillo-Theater in der Uraufführung von „Der Prinz, der Bettelknabe und das Kapital“ mehr...

Mülheim Trotzige Rotznasen und eine Selbstmörderin – „Das Kind in der Kunst“ im Kunstmuseum Mülheim zeigt revolutionäre Zeichnungen. Und dass Künstler vor 100 Jahren plötzlich wie Kinder malten.mehr...

Märkisches Museum Witten

Sammlung Haniel hütet viele Schätze

Witten Das Märkische Museum in Witten präsentiert bis September den Kunstbesitz des Unternehmens. Der Umfang der Leihgabe ist einmalig.mehr...