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Cecilia Bartoli kam, sang und siegte im Konzerthaus Dortmund

DORTMUND Nicht nur mit ihrer perfekt geführten Koloraturstimme und ihrem Temperament, auch als Schatzgräberin hat sich Cecilia Bartoli eine Ausnahmestellung unter den Weltstars ersungen. "La rivoluzione romantica" (die romantische Revolution) hieß das Projekt mit vielen Belcanto-Raritäten, das die 42-jährige Mezzosopranistin am Samstag zum Saisonausklang im lange ausverkauften Konzerthaus Dortmund präsentierte.

Cecilia Bartoli kam, sang und siegte im Konzerthaus Dortmund

Cecila Bartoli.

Die schöne Römerin hat das Repertoire von Maria Malibran entdeckt. Sie war die erste Opern-Diva der Musikgeschichte und eine von Rossini hofierte Legende. Vor 200 Jahren wurde sie geboren.

Jubel für Gala-Abend

Cecilia Bartoli kam, sang und siegte. Es war einer der umjubelsten Gala-Abende in Dortmund. Eine große Stimme hat die Italienerin nicht, aber eine schlanke, gut trainierte, die wie ein Diamant funkelt, geschliffene Klarheit in den Koloraturen hat und in den hohen Lagen im Piano wunderschön schwebt. Natürlich begeisterte die virtuose, perfekte Stimmartistik der Diva in den großen Rossini-Koloraturarien das Publikum am meisten. Noch beeindruckender waren die vielen Farben der Romantik, die der Weltstar seinen Stimmbändern entlockte, dabei den Mezzo gurren, juchzen und sogar jodeln ließ. Und die leisen, nach innen gesungenen, schwebenden Belcanto-Linien, die sie nicht im Staccato, sondern mit mehr Fluss sang. Sogar in Lamento-Szenen wie der Mendelssohn-Arie hatte La Bartoli auch in der Trauer noch überschäumendes Temperament. Und gewaltige Ausstrahlung.

Ihre Freude steckt an

Die Italienerin singt mit Freude, sehr vergnügt. Das wirkt und klingt ansteckend. - Besonders, wenn sie Humoresken so lautmalerisch singt wie die Jodel-Variationen von Hummel oder das von Maria Malibran selbst komponierte Militär-"Rataplan". Echte Entdeckungen hat die Operndiva ausgegraben. Wie die Arie von Maria Malibrans Vater Manuel Vicente Garcia, die sehr nach Rossini klang.

Das Kammerorchester Basel war mit historischen Instrumenten unter Leitung der Konzertmeisterin Julia Schröder ein vortreffliches Begleitensemble. Die Ovationen des Publikums wollten kaum enden - auch wenn Cecilia Bartoli die beiden halsbrecherischten Koloraturarien der CD zu diesem Programm nicht gesungen hat.

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