Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Buchkritik

Cixin Liu: „Der dunkle Wald“

Das Warten hat ein Ende: Der zweite Band der kultigen Zukunfts-Trilogie von Cixin Liu ist da. Und der dritte Band wird bereits übersetzt.

Cixin Liu: „Der dunkle Wald“

Science-Fiction liegt wieder im Trend. Kinofilme wie „Ready Player One“, neue TV-Serien wie der Star-Trek-Ableger „Discovery“ und „Altered Carbon“ auf Netflix oder die schräge Parodie „The Orville“ auf Pro Sieben befeuern das. Aber vor allem hat der chinesische Schriftsteller Cixin Liu mit dem Kult-Roman „Die drei Sonnen“ dafür gesorgt, dass die Zukunft wieder in Mode gekommen ist.

Kein Wunder, dass die Fans der Fortsetzung „Der dunkle Wald“ entgegengefiebert haben. Wer den dicken Band aufschlägt, wird nur noch im Prolog Ye Wenjie begegnen – jener Astrophysikerin, die im ersten Buch mit ihrem Verrat an der Menschheit dafür gesorgt hat, dass die Trisolarier Kurs auf die Erde nehmen und uns Menschen vernichten wollen.

Wichtiger Dialog

Die alte Dame plaudert zu Beginn mit Luo Ji, dem Helden des zweiten Bandes. Wie wichtig dieser Dialog ist, werden wir erst später begreifen.

Denn Luo Ji wird einer der vier „Wandschauer“. Das sind Menschen mit großen Machtbefugnissen, die die Invasoren zurückschlagen sollen. In einer Welt, die von den Aliens ausspioniert wird, sind nur noch die Gedanken frei.

Entscheidungsschlacht

Das Buch umfasst etwa 200 Jahre, die der Autor mit einem Trick zusammenschnurren lässt. Die Protagonisten lassen sich in Kälteschlaf versetzen und zwischendurch wecken.

So gelangt auch Luo Ji bis zur Entscheidungsschlacht. Wird die Menschheit siegen oder untergehen?

Tour de Force durch die Zeit

Cixin Liu nimmt uns mit auf eine superspannende Tour de Force durch die Zeit, stürzt die Menschheit ins Chaos und lässt sie aus dem tiefen Tal hervorklettern, um schließlich in einer unterirdischen Idylle auf den Angriff zu warten. Das ist Science-Fiction auf wissenschaftlich und literarisch höchstem Niveau. Egal, wie sich der Leser die Zukunft vorstellt, der Autor denkt noch fantasievoller, exotischer, raffinierter.

Und doch ist die Lösung schließlich verblüffend einfach (und kommt etwas ruckartig daher). Dabei spielt der Titel des Buches eine entscheidende Rolle. Denn „Der dunkle Wald“ ist eine wirklich böse Metapher für das Weltall.

Cixin Liu: Der dunkle Wald, 816 S., Heyne, 16,99 Euro, ISBN 978-3-453-31765-9. Der dritte Band „Jenseits der Zeit“ wird bereits übersetzt und erscheint im April 2019.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Die georgische Novelle „Ich fahre nach Madrid“ versucht, die Seele eines Mannes zu ergründen, der aus seinem Alltag zu einem Freund in dessen Krankenhaus flieht, um über pure Freiheit zu fantasieren. Und niemandem sagt er, wo er ist.mehr...

Geschichte kann spannend sein, wenn man sie gut erzählt. Und das kann Catherine Aurel – wie sie mit „Grimaldi. Der Fluch des Felsens“ belegt.mehr...

Essen Jean-Yves Thibaudet bringt beim Klavierfestival Ruhr mit den Bochumer Symphonikern Debussys „Fantaisie“ zur Aufführung. Ein fast gelungener Abend.mehr...

Der 2017 gestorbene hochdekorierte amerikanische Schriftsteller Denis Johnson hat der literarischen Welt einen Band mit fünf Erzählungen hinterlassen: „Die Großzügigkeit der Meerjungfrau“. In allen Geschichten stehen Menschen im Vordergrund, die gerade eine Krise zu bewältigen haben oder am Ende ihres Lebens stehen. mehr...

Hannes Ley hatte es satt: Der Kommunikationsberater ertrug es Ende 2016 nicht mehr, Hasstiraden und ein völlig verrohtes Diskussionsklima in den sozialen Netzwerken einfach hinzunehmen. mehr...

Dortmund Als die Kinos ihrer Umgebung nach und nach dicht machten, haben sich Daniel Huhn und Stefan Kreis gefragt, was aus den Orten wird ohne die Filme. Mit Regisseur Benjamin Leers von der Produktionsfirma Benda Film entstand die Idee, einen Film über die Orte zu drehen fernab der etablierten Kinokolosse. Auf der Homepage Heimatkino.ruhr stellen die Filmemacher sieben Häuser episodisch vor, und es gibt eine einzigartige Karte.mehr...