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Der Gott des Gemetzels

Rambo ist zurück. Fleischig ums Kinn, humpelnder Gang, mürrisch und einsilbig. Ein müder Skeptiker, der lieber Schlangen fängt, als für die Unterdrückten zu kämpfen.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 12.02.2008
Der Gott des Gemetzels

Rambo (Sylvester Stallone) befreit Missionare aus den Händen sadistischer Bösewichte.

20 Jahre nach dem letzten Auftritt hat Sylvester Stallone „John Rambo“ reaktiviert. Und mit dem burmesischen Militär (Nachrichtenbilder protestierender Mönche eröffnen den Film) neue Buhmänner gefunden, die an Stelle der roten Gefahr das Feindbild liefern.

Widerwillig lässt sich der Schlangenfänger breitschlagen, US-Missionare nach Burma zu eskortieren. Die wollen dem Stamm der Karen Medikamente und die Bibel bringen. Rambo wird ihr Scout. Sein kämpferisches Feuer scheint erloschen. Massig der Körper, träge der Blick. Doch der Gott des Gemetzels schlummert bloß. Wehe, wenn er aufwacht!

Dämonisierter Feind

Angewidert vom uniformierten Gesindel legt die Tötungsmaschine los und der Film zeigt das mit brutaler Deutlichkeit. Rambos Pfeile durchbohren Köpfe, sein Messer säbelt durch Leiber, sein Kanonenfeuer hinterlässt fliegende Fetzen. Legitimiert wird das Blutbad durch die himmelschreiende Bosheit des Gegners. Ein General Grausam meuchelt, wo er kann. Leichen im Reisfeld erinnern an Kambodschas „Killing Fields“. Eine Flussfahrt ins Grauen nimmt das Motiv aus „Apocalypse Now“ auf. Amerikaner in Käfighaltung hat man in Ciminos „Deer Hunter“ gesehen, ihre Befreiung wird zur Reprise von „Rambo 2“. „Lieber für etwas sterben, als für nichts zu leben“, so Rambos Credo.

Einmal mehr bringt der weiße Mann die Erlösung für die bibbernden „Gelben“. Rambo und ein Haufen Söldner rechnen ab. Auge um Auge. Der Feind wird so gründlich dämonisiert, dass Stallone (Regie und Buch) der Beifall der Kinogänger sicher ist. Zu wuchtigem Trommel-Tamtam beißen die Schergen dutzendweise ins Gras. - Rachefantasie mit Moral-Mäntelchen und altem Krieger, der am Ende in Rente geht. Endlich