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"Der arme Poet" kommt jetzt zu Silberehren

FRANKFURT AM MAIN Auch wenn er keine Verse skandiert, sondern nur einen Floh knackt - "Der arme Poet" von Carl Spitzweg hat es weit gebracht.

04.02.2008

Das Gesellenstück von (Foto Selbstbildnis, um 1840) und sein berühmtestes Bild wurde 1839 vom Münchner Kunstverein abgelehnt, weil es als Angriff auf das hehre Dichterideal der romantischen Zeitgenossen galt. Jetzt wird es versilbert.

Zum 200. Geburtstag des Malers heute (5. 2.) lässt das Bundesfinanzministerium eine 10-Euro-Gedenkmünze mit dem Motiv des poetisierenden deutschen Michel prägen, der sich mit Zipfelmütze im Bett aufwärmt.

Biedermeier-Helden

So sind sie alle, die kauzigen Helden des vermeintlichen Biedermanns unter den deutschen Malern: bedauernswert in ihrer Vereinsamung, belächelnswert in ihrer Verschrobenheit, liebenswert in ihrer Hingabe an alle möglichen Schrullen. Sei es der "Kakteenfreund" oder "Der ewige Hochzeiter", "Der Bücherwurm" oder "Der Blumenfreund", stets rühren sie Herz und Lachmuskeln. Das hat Spitzweg (1808-1885) zu einem der beliebtesten Maler Deutschlands gemacht.

Autodidakt

Spitzweg war, wenngleich Autodidakt, in die Schule der französischen Satiriker gegangen. Eigentlich war der Kaufmannssohn aus dem bayerischen Unterpfaffenhofen schon auf dem besten Weg in die wohl geborgene Bürgerlichkeit, als er nach dem Tod seines Vaters 1833 den Apotheker-Mörser mit dem Pinsel tauschte.

Das Gesamtwerk, 1400 Gemälde und fast 5000 Zeichnungen, beweist: Spitzweg hat mehr Landschaftsbilder geschaffen als Genreszenen, obwohl er mit letzteren berühmt wurde. In Frankreich lernte er die Spachtel- und Farbfleckentechnik des frühen Impressionismus - lange bevor sich die neue Manier in Deutschland durchsetzte.

Leben in der Mansarde

Spitzweg setzte sich durch, zuletzt mit Bildern im Format einer Zigarettenschachtel. Dennoch hauste er weiterhin in einer Mansarde, weil er zu wenig Bilder verkaufte. 1885 starb er mit 77 Jahren an einem Schlaganfall.