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Die Knaben der Chorakademie sangen am nächsten Tag schon wieder

Dortmunder „Sinfonie der Tausend“

Für ganz schön viel Aufregung hatte am Dienstag gesorgt, dass während der Aufführung der „Sinfonie der Tausend“ im Konzerthaus Dortmund drei Mitglieder des Knabenchores der Dortmunder Chorakademie die Empore verlassen mussten – wegen eines Kreislaufkollapses und einem Fall von Nasenbluten. Der dritte Junge hatte sich unwohl gefühlt.

Dortmund

von Bettina Jäger

, 05.07.2018
Die Knaben der Chorakademie sangen am nächsten Tag schon wieder

Die jungen Sänger saßen auf der Chorempore und trugen rote Nickis, was die Probleme vielleicht verschärft hat. © Schürer

Das Konzerthaus wehrte sich gegen unseren Bericht, die Klimaanlage sei wegen der CD-Aufnahmen heruntergeregelt worden. „Das wäre bei diesem Wetter absolut verantwortungslos gewesen“, betonte Jan Boecker als Sprecher des Hauses.

Schriftliche Aufzeichnungen eines Technikers beweisen, dass die Temperatur 22,6 bis 22,8 Grad betrug. Gemessen wird auf der Bühne und im Parkett, jedoch nicht zwei Meter höher auf der Chorempore. Der Techniker geht hier von höchstens 23,5 Grad aus. Chormitglieder hatten berichtet, es sei „relativ warm“ gewesen.

Es war eine Kettenreaktion

Lars Kersting, Geschäftsführer der Chorakademie, sprach von einer Kettenreaktion. Mit dem ersten Kreislaufkollaps hatte das Nasenbluten des zweiten Jungen gar nichts zu tun, aber der dritte kleine Sänger hatte sich so über die Vorfälle so erschrocken, dass ihm übel geworden sei. Chorleiter Jost Salm, der zur Zeit mit einigen Knaben an der „Zauberflöte“ bei den Opernfestspielen in Aix-en-Provence mitwirkt und sich hat berichten lassen, sagte, dass es sich um eine „Verkettung unglücklicher Ereignisse“ gehandelt habe. So trugen die Knaben rote Nickis über weißen Hemden, was im Konzerthaus bisher stets funktioniert hatte.

Kein Platz für einen Betreuer

Da die Dortmunder Philharmoniker keinen erwachsenen Vertreter des Knabenchores auf der Empore haben wollten – es sei zuwenig Platz gewesen –, hatte niemand ein Zeichen geben können, die Nickis auszuziehen. Eine erwachsene Chorsängerin hatte dem kollabierten Kind geholfen. Hinter der Bühne kümmerten sich zwei Betreuer der Akademie und Helfer der Philharmoniker sowie ein Arzt um die Jungen, von den sich zwei den Rest des Konzertes im Saal anhörten. Der dritte saß hinter der Bühne.

Alle sind wieder fit

„Den Kindern geht es wieder gut“, sagte Anneliese Schürer, Sprecherin der Philharmoniker, sehr erleichtert. Sie seien schnell wieder fit gewesen. Bei der zweiten Aufführung am Mittwoch hatten die drei Jungen sogar wieder mitgesungen – nur diesmal, wie berichtet, in Polohemden.