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Die Zukunft gehört dem kleinen Träumer

DORTMUND Kinderfilme wie "Mein Freund, der Wasserdrache" erzählen eigentlich immer Außenseitergeschichten. Ihre Helden sind Zaungäste in der Welt der Erwachsenen; und ihr eigenes Reich wird unentwegt von den repressiven Regeln bedroht, mit denen Eltern sie kontrollieren wollen.

von Von Sascha Westphal

, 13.02.2008
Die Zukunft gehört dem kleinen Träumer

Freunde fürs Leben: Crusoe und Angus (Alex Etel).

Die meisten Filme bemühen sich, diese ungleichen Machtverhältnisse zu bemänteln. Einer der wenigen Filmemacher, der die Außenseiterposition seiner jungen Helden sogar ins Zentrum der Betrachtung rückt, ist der Amerikaner Jay Russell.

In "Mein Freund, der Wasserdrache" erzählt Russell wie schon in "Mein Freund Skip" eine Geschichte von Freundschaft und Verlust. Nur gibt er ihr diesmal eine phantastische Dimension. Schottland während des Zweiten Weltkriegs. Seit sein Vater einberufen wurde, streift der von Alex Etel gespielte Angus MacMorrow alleine durch das schottische Hochland.

Als er am Ufer eines Sees ein seltsames Ei entdeckt, nimmt er es aus Neugier mit. Schon bald entschlüpft ihm ein Wasserdrache und adoptiert Angus als Ersatzmutter. Nur wächst die Kreatur so schnell, dass auch die Erwachsenen auf sie aufmerksam werden.

Die märchenhafte schottische Landschaft...

Russell ist ein Meister des atmosphärischen Lokalkolorits. Seine Bilder verströmen das märchenhafte Flair der schottischen Seen- und Berglandschaft. Das Phantastische wirkt in dieser Welt ganz natürlich. Weitaus unwirklicher, aber nicht weniger bedrohlich ist der Wahnsinn des Krieges.

... ist das Reich der Kinder

Die unaufdringliche Präzision, mit der Russell dessen Auswirkungen erfahrbar macht, setzt seinen Film von ähnlich gelagerten Fantasy-Märchen ab. In den märchenhaften Elementen scheint eine Gegenwelt auf, die Kinder zum Träumen und Erwachsene zum Nachdenken anregen soll. Angus ist ein Außenseiter, aber die Zukunft sollte ihm, dem Träumer, und nicht den kriegsversessenen Erwachsenen gehören.