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Die letzten Spuren einer Kämpferin

ESSEN 2891 Männer und Frauen sind in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil der Nazis gestorben. Eine davon war Mildred Harnack-Fish, die in ihrer Zelle Goethe-Gedichte übersetzte und mit den Worten starb "... und ich habe Deutschland so geliebt".

von Von Bettina Jäger

, 12.02.2008
Die letzten Spuren einer Kämpferin

Franz Rudolf Knubel mit den Schülerinnen Romy Laxy und Ann-Katrin Rinke.

Mit einer Ausstellung erinnert nun Franz Rudolf Knubel an diese außergewöhnliche Frau, die wie 130 andere junge Menschen im Dritten Reich zur Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" gehörte.

Das Festhalten von letzten Spuren

Um ihr nahe zu kommen, ging der Künstler ungewöhnliche Wege: Suchte die Häuser auf, in denen sie gelebt hatte, und schließlich den Ort, an dem sie geköpft wurde. Dort rieb er mit einem Grafitklotz den körnigen Boden ab, über den Harnack-Fish zum Schafott geschritten war. "Das Knien beim Abreiben empfinde ich als Geste tätiger Verehrung", steht auf einer der 28 informativen Schriftfahnen, die in der Essener Zeche Carl das zentrale Kunstwerk Knubels umschließen.

Diese "Frottage" ist für Knubel ein Festhalten von letzten Spuren - und eine Aufforderung, sich mit dem Thema zu beschäftigten. "Ich widme diese Schau den jungen Menschen", sagte er gestern. Schon drei Schulen - darunter das Ricarda-Huch-Gymnasien in Gelsenkirchen - haben sich mit Hilfe von Franz Rudolf Knubel den jeweiligen Widerstandskämpfern aus ihrer Heimatstadt künstlerisch angenähert, in einem Fall sogar eine ehemalige Nachbarin gefunden.  

 Zu einer Diskussion am 13.3. (19.30 Uhr) wird Hans Coppi erwartet, der Sohn eines Widerstandskämpfers.