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Die zerbrechliche Heimat

Die Erde, die die beiden Dokumentarfilmer Alastair Fothergill und Mark Linfeld so überaus eindrucksvoll in „Unsere Erde – Der Film“ porträtieren, wird wohl nicht mehr sehr lange unsere Welt sein.

von Von Sascha Westphal

, 05.02.2008
Die zerbrechliche Heimat

Diese Szene zeigt einen Sonnenaufgang über der Erde.

Ohne dass sie auch nur einmal den Zeigefinger erheben müssten, schaffen die beiden Filmemacher mit ihren atemberaubenden Bildern von Karibuherden, Amour-Leoparden, weißen Haien und Eisbären ein Bewusstsein für das zerbrechliche Gleichgewicht der Natur. Die Menschen und ihre Zivilisation sind nicht präsent, trotzdem spürt man die ganze Zeit über ihren bedrohlichen Schatten.

„Unsere Erde“ beschreibt eine nur von Ulrich Tukurs Erzählerstimme begleitete Reise vom höchsten Norden in den tiefsten Süden. Die filmische Expedition, die dem Lauf der Sonne folgt und damit Gedanken an den natürlichen Kreislauf von Tag und Nacht, Leben und Tod, heraufbeschwört, beginnt am Nordpol und führt über Taiga und Tundra schließlich zum Äquator und dann weiter in die Antarktis. Dabei werden wir Zeugen, wie eine Eisbärenfamilie um ihr Überleben kämpft, wie Zugvögel versuchen, die Gebirgskette des Himalayas zu überqueren, wie eine Gruppe Löwen nachts Jagd auf ein Elefantenbaby macht und wie ein weißer Hai aus dem Wasser springt, um seiner Beute habhaft zu werden.

Bilder, wie man sie man noch nie gesehen hat

Einige der Episoden und Phänomene, die der Film dokumentiert, waren auch schon Gegenstand einiger anderer Dokumentationen. Fothergill und Linfeld wandeln hier auf vertrauten Spuren. Doch das Material, das sie für „Unsere Erde“ zusammengetragen haben, ist ohne Frage einzigartig. Die rasanten technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben es ihnen ermöglicht, Bilder einzufangen, wie man sie so noch nie gesehen hat. So erweist sich etwa die Sequenz, in der die Filmemacher einen Schwarm Kraniche bei ihrem Weg über die höchsten Gipfel der Welt begleiten, als wahres Wunderwerk filmischen Schaffens. Erst am Ende, wenn sie noch einmal an den Nordpol zurückkehren, gehen Fothergill und Linfeld ganz direkt auf die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltverschmutzung ein. Angesichts der vorangegangenen Bilder erhält ihre Warnung vor den Konsequenzen menschlichen Handelns eine besondere Intensität, deren Wirkung weit über die von Filmen wie „Eine unbequeme Wahrheit“ oder „11th Hour – 5 vor 12“ hinausgeht.