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Ein stiller Meister des kleinen Formats

BOTTROP Es kommt nicht immer auf die Größe an. Das wussten schon die Kleinmeister, die im 16. Jahrhundert das Alltagsleben auf briefmarkengroße Grafiken bannten. Und das gilt auch für James Bishop. Diesem stillen Meister des kleinen Formats widmet das Quadrat in Bottrop jetzt eine Retrospektive.

von Von Bettina Jäger

, 04.02.2008
Ein stiller Meister des kleinen Formats

James Bishop (r.) – hier mit Museumsleiter Heinz Liesbrock – zeigt seine Arbeiten auf Papier in Bottrop.

Dass James Bishop gerade 80 Jahre alt geworden ist, sieht man ihm nicht an. Ein sportlich schlanker Herr ist das, der da mit freundlicher Zurückhaltung seine Ausstellung präsentiert und am liebsten wohl ganz im Hintergrund bleiben würde.

Rund 100 Exponate

Bishop, 1927 in Neosho/Missouri geboren, lebt seit 1958 nahe Paris und erlebte erst 1993 eine erste deutsche Ausstellung im Landesmuseum Münster. Seine Arbeiten auf Papier sind jetzt zum ersten Mal in Deutschland in diesem Umfang zu sehen. Rund 100 Arbeiten kann Museumsdirektor Heinz Liesbrock in Bottrop präsentieren, davon sechs Leinwandbilder wie „Other Colors“ oder „Avant le jour“ aus den 60er bis 80er Jahren. Danach habe er sich ganz bewusst für das kleine Format entscheiden, sagt Bishop. „Du kannst Dich dann besser selbst überraschen“, erklärt er.

Feinsinnig und zart

Feinsinnig, intim und zart wirken die winzigen Bilder. Ein fragiles Gleichgewicht bestimmt die kleinen Vierecke, auf die manchmal nur von einer Seite gelbe Farbe vordringt oder bei denen blaue Farbflächen ein X in den verschiedensten Varianten freigeben.

Oft lenkt Bishop auch den Blick des Betrachters auf die Ecke eines Hauses, auf einen Baum oder in einen Raum in ganz reduzierter Darstellung. Graue Farbflächen, in denen der Künstler die Umrisse eines Daches nur andeutet, erinnert an die Blicke aus dem Atelier, wie sie der italienische Künstler Giorgio Morandi malte. Beiden Künstlern ist es eigen, dass der Betrachter die Stimmung sofort nachfühlen kann.

Morgen- und Nachtstunden

Doch waren es bei Morandi die erdigen Töne Italiens, so sind es bei Bishop die trüben grauen Tage Westeuropas und jene Morgen- oder Nachtstunden, in denen alles nur schemenhaft hervortritt.   Quadrat Bottrop: „James Bishop - Malerei auf Papier“, bis 24.2., Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-17 Uhr, Katalog 29 Euro.