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Einen Euro ins Sparschwein - 54 Millionen rausholen

ESSEN Mit einer pfiffigen Idee für die Kulturhauptstadt hat Marius Nieland, Kämmerer der Stadt Essen, die Anwesenden im Finanzausschuss überrascht. Er schlug vor, dass jeder Bürger im Revier freiwillig einen Euro für das Jahr 2010 spenden soll.

von Von Nadja Schöler

, 27.02.2008
Einen Euro ins Sparschwein - 54 Millionen rausholen

Will von jedem Bürger einen Euro für 2010 sammeln.

Die Rathäuser stellen Sparschweine auf, dessen Inhalt in Projekte der Kulturhauptstadt fließt. "Essen und viele andere Kommunen im Ruhrgebiet haben einen Nothaushalt und können die Projekte für 2010 nicht finanzieren. Wenn der Bürger einen Euro gibt, dann gibt die Stadt einen weiteren dazu", erklärt Nieland.

Wenn man das auf das gesamte Ruhrgebiet überträgt, kämen auf diese Weise 10,8 Millionen zusammen. Da das Land Bildungs- und Kulturprojekte zu 80 Prozent finanziert, rechnet sich Nieland insgesamt eine Summe von 54 Millionen Euro aus.

"Pfiffig und faszinierend"

Marius Nielands Forderungen richten sich speziell an das Land. "Es muss sich jetzt was bewegen. Unsere Kommunen können nicht noch mehr Kredite aufnehmen. Wir zahlen bis 2018 den Solidaritätszuschlag - über Kredite - weil wir selber kein Geld haben." Nieland ist überzeugt, dass der Wille, sich zu beteiligen, bei der Bevölkerung groß ist, die Idee müsse nur richtig vermarktet werden.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann findet die Idee "pfiffig und faszinierend". Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer ist da nicht so begeistert, er hält die Spendenaktion für eine weitere Steuer. "Aber die Spende ist freiwillig, mit Steuer hat sie nichts zu tun", bestreitet Nieland. Er will mit seiner Idee einen nachhaltigen Aufschwung in der Kultur des Ruhrgebietes bewirken, Projekte fördern, die auch nach 2010 im Revier sichtbar sind.