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Erinnerungen an den König der leichten Töne

DÜSSELDORF Natürlich muss sie darauf achten, dass der gute Name ihres Vaters keinen Schaden nimmt. Aber das bedeutet für Doris Kaempfert nicht, aktuelle Musiktrends abzulehnen.

von Von Uwe Becker

, 10.02.2008

Sie ist die Tochter des großen Bert Kaempfert. Des Komponisten von "Strangers in the Night" und Mitentdeckers der Beatles. Des "Königs der leichten Töne", des "King of easy listening", wie sie ihn noch heute nennen. Am 21. Juni 1980 starb Kaempfert mit nur 56 Jahren. Ausgerechnet wenige Tage nach einer gefeierten Tournee, nach stehenden Ovationen in der ausverkauften Londoner Royal Albert Hall. Seitdem ist es die Mission seiner Tochter, die Musik ihres Vaters, dessen Kompositionen Weltstars wie Al Martino und Frank Sinatra sangen, lebendig zu halten.

Nichts gegen die Toten Hosen

Sie tut das auf ihre Weise. Und hätte zum Beispiel nichts dagegen, wenn sich die Düsseldorfer Punk-Band "Die Toten Hosen", denen sogar Schlager zu punkigen Charterfolgen gerieten, des schmeichelnden Sounds annehmen würden. Ein klares "Nein" allerdings gab es bei der Anfrage eines Herstellers für feuchtes Toilettenpapier: "Es gibt keine goldenen Regeln für mein Vorgehen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt", erklärt die 57-Jährige.

Derzeit ist sie damit beschäftigt, die Kompositionen ihres Vaters in ihrer ursprünglichen Form zu präsentieren. "Immer wieder gab es Wünsche nach einem Konzert mit seinen Titeln." Im Jahr 2006, zum 40-Jährigen von "Strangers in the Night", war es soweit. Sechs Konzerttermine waren angesetzt, nur in großen Hallen, alle ausverkauft. Jetzt gibt es die Neuauflage, und zum ersten Mal ist NRW dabei.

Junge Leute lieben seine leichte Musik

Die Musik des Mannes, der auch in den USA zur Legende wurde, soll die Menschen in der Düsseldorfer Tonhalle verzaubern. "2006 waren überraschend viele junge Leute dabei. Viele hatten Platten meines Vaters bei ihren Eltern gehört und sich in diese leichte Art der Unterhaltung verliebt", weiß Doris Kaempfert. An den Vater hat sie viele schöne Erinnerungen: "Er war oft unterwegs, dann aber auch viele Wochen zuhause. Da hat er viel Zeit für die Familie gehabt."

Wie gut er mit Menschen umgehen konnte, zeigt die Tatsache, dass viele alte Weggefährten wie Ack van Rooyen und Herb Geller mit den 45 übrigen Akteuren auf der Bühne stehen: "Sie sorgen dafür, dass der Sound stimmt. So, wie ihn mein Vater mochte", sagt Doris Kaempfert. Sie selbst ist natürlich auch da: "Auch wenn es einstudiert klingt: Ich habe die Musik meines Vaters geliebt. Sie ist zeitlos. Und berührt mich auch heute noch."

Strangers in the Night - the music of Bert Kaempfert, 14.2., Tonhalle Düsseldorf. Karten an allen Vorverkaufsstellen.