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Im Kino

"John Wick 2" ist ein Action-Hokuspokus für Halbstarke

DORTMUND In seinem Büro hockt der hartgesottene Boss russischer Gangster (Peter Stormare) und packt die Koffer. "Wieso das Feld räumen?", fragt einer seiner Leute, "es ist doch nur ein Kerl, den wir umbringen müssen". "Du hast keinen Schimmer", sagt der Chef: "Es ist John Wick!"

"John Wick 2" ist ein Action-Hokuspokus für Halbstarke

Rächer in Schwarz: Keanu Reeves ist John Wick.

Schon berserkert ein Mann in Schwarz draußen über den Parkplatz. Er macht seinen Wagen zum Geschoss, vermöbelt ein Dutzend Gorillas, steckt ein, teilt aus und spaziert triumphierend ins Büro. Gestatten: Wick, John Wick, Mietkiller und "unkaputtbar". Keanu Reeves ist 52 und so gut in Form, dass er auch in "John Wick 2" die Ein-Mann-Armee spielt. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Alle!

Der Prolog des Films (Regie: Chad Stahelski) verweist auf Teil 1, soll aber den Mythos von Reeves' Figur aufpolieren. John Wick, lebende Legende. Wo er auftaucht, erstarren die Leute in Ehrfurcht. So in der Hotelkette, die speziellen Service für  Auftragsmörder bietet: Wenn Wick den "Sommelier" besucht, begutachtet er Waffen, nicht Wein. Er zahlt mit Goldmünzen, der Währung einer Parallelwelt des Verbrechens, deren Infrastruktur der Film blumig ausmalt.

Im Comic-Kosmos

 Die Internationale der Gangster ist in einer Zunft organisiert. Aufträge und Kopfgeld werden in einer Zentrale erfasst und an die Killer der Welt übermittelt. Sieht so die Globalisierung des Verbrechens aus? Lächerlich, wie der Film ohne den kleinsten Anflug von Ironie den allergrößten Humbug behauptet.

Der schwarze Rächer bewegt sich in einem stilisierten Comic-Kosmos aus Pathos, Pomp und Übertreibung. Mondäne Schauplätze, edles Dekor. Das Finale im Spiegelkabinett zitiert Bruce Lee, Wicks Kampf-Szenen muten grotesk an, weil sie gnadenlos "over the top" sind: Kung Fu, Faustkampf, Beinschuss, Kopfschuss. Einmal, fünf Mal, zehn Mal. Blam-Blam, der Nächste bitte. - Ein Action-Hokuspokus für Halbstarke.

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