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Kölner Künstlerpech: Monet gefälscht

KÖLN Künstlerpech für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln: Claude Monets Gemälde "Am Seineufer bei Port Villez" ist eine Fälschung. Die Restauratoren des Museums haben den Schwindel selbst aufgedeckt.

von Von Bettina Jäger

, 14.02.2008
Kölner Künstlerpech: Monet gefälscht

Leider kein Monet: Das Gemälde "Am Seineufer".

Eigentlich hatte das Team nur die Schau "Wie das Licht auf die Leinwand kam" vorbereiten wollen, die am 29. Februar öffnet. Diese Ausstellung will dem Besucher zum Beispiel durch Röntgenaufnahmen zeigen, wie die Maltechnik der Impressionisten funktionierte. "70 Bilder sind dafür durchleuchtet worden", berichtet Stefan Swertz, Sprecher des Hauses. Beim Monet habe es eindeutige Hinweise auf eine Fälschung gegeben. Näher möchte er das nicht erläutern, denn das Museum hat einen Exklusivvertrag mit der Fernsehsendung "ttt-titel thesen temperamente" geschlossen. Aber 1885 sei das Werk eindeutig nicht entstanden.

Gemälde als Teil der Ausstellung zu sehen

"Wir sehen die Fälschung mit einem lachenden und einem weinenden Auge", so Swertz. "Einerseits ist es ein großer Verlust. Andererseits ein Gewinn, weil unsere eigene Forschung die Wahrheit aufgedeckt hat." So wird das Bild, das in den 50-er Jahren als Geschenk ans Haus kam, auch weiterhin zu sehen sein. Zuerst wird in der in der Impressionistenschau "minutiös und sehr spannend geschildert, wie die Fälschung aufgedeckt wurde", verspricht Swertz. Anschließend wird das Bild in einer Sonderpräsentation gezeigt.

"Vom Pinselduktus her ein sehr gutes Bild"

Doch warum war vorher nie aufgefallen, dass der Monet nicht echt ist? Das liege an der Qualität der Fälschung, so Swertz. "Vom Pinseldukturs her ist das ein sehr gutes Bild." Dass mit dem Verlust eines echten Monet der Stadt Köln ein Millionenschaden entstanden ist, sieht das Museum gelassen. Denn dieses Geld existierte nur in der Theorie - verkauft worden wäre das vermeintliche Prunkstück nie.

 

Die Fernsehsendung "titel thesen temperamente" berichtet am Sonntag (17.2.) um 23 Uhr (ARD).