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Kuno Gonschiors Droge ist die Farbe

DUISBURG Eine Retrospektive widmet das Museum Küppersmühle in Duisburg dem Maler Kuno Gonschior. 65 teils großformatige Wunderwerke aus der Hand des 72-jährigen sind dort ab heute zu sehen.

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Der "Gelbe Horizont" (1989) von Kuno Gonschior.

Kuno Gonschior zeigt ab Dienstag im Museum Küppersmühle in Duisburg 65 Arbeiten aus seinem Farbenreichtum.

Absolut unübersehbar ist das große Wandgemälde (65 Quadratmeter): blaue Farbflecken auf schwarzem Grund - ganz einfach. Eine Überraschung hält dieses monumentale Werk für den bereit, der länger und konzentriert auf das Blau schaut.

Zauberei?  

Vor den Augen fängt es an zu flirren, die Oberfläche gerät in Bewegung. Im Anschluss lohnt der Blick auf die schneeweiße Wand links oder rechts davon. Denn die blauen Flecken bilden sich dort als schwache gelbe Kopien in genau jener Anordnung wie auf dem Gemälde ab. Nach ein paar Sekunden ist der Spuk vorbei, die Wände wieder vollkommen weiß und das Gemälde zur Ruhe gekommen. Nur der schwarze Hintergrund ist nicht mehr ganz so dunkel. "So sehr man sich auch anstrengt. Es ist kein Schwarz mehr, es tendiert zu orangenen Tönen", beschreibt Kuno Gonschior die optische Täuschung.

Farbforscher

20 Jahre lang, so Gonschior, habe er sich mit der Farbtheorie beschäftigt. "Ich habe alles gelesen, was es zu dem Thema gab." Ihm ist es gelungen, aus einem grünen Punktfeld und einem orangenen Lochraster die Grundfarbe Gelb zu kreieren. Etwas, das die Wissenschaft für unmöglich hielt. Zum Beweis ist das Beispiel im Ausstellungskatalog abgedruckt.

Nach der grauen Theorie übermannte ihn mit Beginn der 60er Jahre ein Rausch des Schaffens, die Farbe sei dabei wie eine Droge. "Ich bin beim Malen ganz high", sagte der Künstler gestern auf einer Pressekonferenz im Museum. Wer die Farbenpracht sieht, mag es ihm glauben. Tupfer, Pinselstriche und Farbkleckse sind Gonschiors Technik, eng verwandt mit dem Pointilismus. Kontraste lösen optische Wellen und Vibrationen aus. Bei meist freundlichen Tönen fallen die schwarzen Bilder aus der Reihe.

Hier sind die Leinwände an manchen Stellen sogar aufgerissen - Wunden des Künstlers, entstanden nach einem persönlichen Schicksalsschlag, der den Titel der Schau "Nur für Dich und mich" in einem anderen Lichte erscheinen lässt. Insgesamt überwiegt aber die Freude an Gonschiors Magie der Farben.

 Küppersmühle: Kuno Gonschior - Nur für Dich und mich, bis 7.9., Philosophenweg 55, Duisburg, Mi 14-18, Di, Sa und So 11-18 Uhr.

 

  

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Der "Gelbe Horizont" (1989) von Kuno Gonschior.

Kuno Gonschior zeigt ab Dienstag im Museum Küppersmühle in Duisburg 65 Arbeiten aus seinem Farbenreichtum.

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