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Leidenschaftlicher Beginn einer Freundschaft

ESSEN Es könnte der Beginn einer längeren Freundschaft sein. Pierre Boulez und das Ensemble Modern wurden in der Essener Philharmonie so ausdauernd bejubelt, dass es nicht ohne Zugabe ging.

  Und tatsächlich hätte man gerne viel mehr als dieses letzte Stück der fünf "Notations" noch einmal gehört.

So leidenschaftlich und emotional mitreißend ist der 82-jährige Komponist als Dirigent nur selten zu erleben.

 Die zum großen Teil sehr jungen Musiker des "Ensemble Modern Orchestra" spielten auf Weltklasseniveau.

Das führte dazu, dass sie Energie, Spannung und inneres Engagement in Klänge bringen, die von anderen Orchestern nur mit bürokratischer Pflicht erledigt werden.

Davon profitierten fast alle Komponisten des Abends. Auch Mark Andre, der sich mit "...auf..." II auf sehr rudimentäre Eigenschaften von Musik zurückzieht, dabei den Hörer mit extremer Lautstärke fordert.

Bei diesen Musikern wirkte das nicht nur laut sondern durchdringend intensiv.

Matthias Pintscher, gehätscheltes Kind der Szene, lieferte mit "Towards Osiris" eine eher schwache Komposition. Die Gewinner des Abends hießen eindeutig Boulez und Edgar Varèse. Boulez hat seine Werke immer wieder überarbeitet.

So wie seine Interpretationen manchmal emotionaler wurden, galt das auch für die Werke. Wann hat man Boulez jemals rhythmisch so mitreißend gehört, wie in den fünf "Notations".

Varèse wäre eigentlich ein enorm spannendes Bindeglied zwischen Beginn der Moderne und ausklingender Spätromantik. Leider verbrannten fast alle Werke aus dieser Zeit. Sein "Ameriques" ist typische Neue Musik der 20er Jahre.

Deutlich hört man, dass er die Uraufführung des "Sacre" erlebte. Das Orchester spielte die "Ameriques" mit so viel innerem Feuer, dass die verwendeten Sirenen am richtigen Platz waren. Ein qualitativ spektakuläres Konzert.

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