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"Let´s Have A Party": WLT lässt das Jahrhundert tanzen

CASTROP-RAUXEL Sein ganz persönliches Theaterjubiläum kann der musikalische Leiter des Westfälischen Landestheaters (WLT) feiern. Seit 25 Jahren arrangiert Tankred Schleinschock Liederabende und Revuen vom Frühbarock bis zur Moderne und bringt sie auch selber auf die Bühne. In seiner neuesten Revue, mit dem das WLT am Samstag sein Freiluft-Theaterfest auf dem Castroper Marktplatz eröffnete, blickt Schleinschock auf das ganze 20. Jahrhundert zurück.

"Let´s Have A Party": WLT lässt das Jahrhundert tanzen

Machen so richtig Party (v.l.): Julia Gutjahr, Vera Marhold, Andreas Kunz, Sonja Herrmann und Andrea Börner (verdeckt).

Es ist ein überwiegend positiver Rückblick, wie der Titel verrät: „Let´s Have A Party“. Die ausgehende Kaiserzeit mit dem Ersten Weltkrieg, die Wilden Zwanziger, die 30-er Jahre im Widerstreit zwischen Swing-Euphorie und Nazi-Terror, das deutsche Wirtschaftswunder der 50-er, die in Deutschland reichlich seicht auslaufende Rock´n´Roll-Welle der 60-er, die nicht immer geistreiche Protestsongbewegung der 70-er, der Punk der 80-er und die deutsche Wiedervereinigung von 1990 als Schlusspunkt bilden die Stationen einer mit 135 Minuten reiner Aufführungsdauer sehr langen Revue. Vielleicht ist das Programm deshalb so lang geworden, weil Schleinschock ein bisschen viel auf einmal will: ein publikumswirksames Schlagerprogramm mit alten Peter-Kraus-und Conny-Froboess-Hits auf der einen, ein anspruchsvolles Chansonprogramm mit kritischen, teils gar literarischen Texten aus den 20-ern auf der anderen Seite.

Sketche und Spielszenen informieren

Dazu gibt es Sketche und Spielszenen. Die kritischen Anmerkungen zur Kriegseuphorie im wilhelminischen Reich oder die Begegnung der „Teddy Stauffer´s Original Teddies“ mit den Nazis sind notwendig und prägnant, einige der Sketche hingegen könnten eine Straffung gebrauchen.

Viele gute Sänger im Ensemble

Musikalisch ist Schleinschocks Rundumschlag allerdings durchweg erfreulich. Die meisten der elf Darsteller sind wirklich gute, alle anderen immerhin passable Sänger, die auch anspruchsvolle A-cappella-Chorsätze souverän bewältigen. Ebenso sattelfest ist das „Lippe-Saiten-Orchester“, eine sechsköpfige Band mit abwechslungsreicher Besetzung und guten Solisten, in der Schleinschock selbst die Keyboards spielt.   Weitere Aufführungen erst im nächsten Jahr, am 24.2. im Kurhaus Bad Hamm und am 21.3. in der Stadthalle Castrop-Rauxel.

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