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Letztes Philharmonisches Konzert der Saison in Dortmund glänzte

DORTMUND Ausgerechnet die Sinfonie, die Bruckner unter dem Eindruck des Todes des von ihm verehrten Wagner schrieb, ist eines seiner optimistischsten Werke. Der designierte Dortmunder Generalmusikdirektor Jac van Steen machte die 7. Sinfonie im letzten Philharmonischen Konzert im Dortmunder Konzerthaus zu einem Monument aus Klang und Spannung.

von Von Julia Gaß

, 10.06.2008
Letztes Philharmonisches Konzert  der Saison in Dortmund glänzte

Bei Jac van Steen spürt man stets die Begeisterung für seinen Beruf.

Van Steens Bruckner hatte Größe, nicht nur äußere, vor allem innere, eine enorme Stringenz und immense Spannung bis zum Schlussakkord. Glänzendes Blech (mit vier Wagner-Tuben) hörte man nicht nur im Trauermarsch für Wagner, den van Steen flott und nicht übertrieben weihevoll anlegte - mit dem viel diskutierten Beckenschlag und Triangel, die Bruckner gestrichen haben wollte. Auch Streicher, die wie aus einem Guss spielten, und vorzügliche Holzbläser zeigten, dass das Orchester auf einem sehr guten Weg ist.

Mit der Aufstellung experimentiert van Steen noch. Seiner Vorstellung, den Klang wie die Register einer Orgel aufzufächern, kam die Aufstellung mit gegenübersitzenden Geigengruppen entgegen. In jeder Saison will van Steen nun eine Bruckner-Sinfonie spielen. In der nächsten Spielzeit ist es die Sechste.

Liebeshochzeit

Vorangestellt hatte er das Konzertstück für Cello und Orchester von Ernst von Dohnányi, in dem die Philharmoniker Begleitkultur zeigen konnten. Solist Alban Gerhardt, einer der renommiertesten deutschen Nachwuchcellisten, hatte am Montag anfangs Probleme mit dem Stachel seines Instruments, das er sehr flach hielt und das wegrutschte. Lyrisch, mit viel Vibrato spielte der 29-Jährige das romantische Werk und fand in der Streichergruppe die besten Korrespondenzen zu seinem warmen Ton. Als Zugabe bedankte sich der Berliner mit einem Duett mit der Dortmunder Solocellistin Franziska Batzdorf.

Ab August ist Jac van Steen nicht mehr nur designiert, sondern Generalmusikdirektor. Für das Orchester scheint dies endlich eine Liebeshochzeit zu sein. Bleibt zu hoffen, dass der Enthusiasmus anhält, wenn die Flitterwochen vorbei sind.

Am 11. Juni, 20 Uhr, im Konzerthaus noch einmal mit anschließendem Fest im Foyer. Karten: Tel. (0231) 50-27222.