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Buchkritik

Monika Maron: „Munin oder Chaos im Kopf“

Nach „Krähengekrächz“ geht es in Monika Marons neuem Roman auch wieder um diese Vögel.

Monika Maron: „Munin oder Chaos im Kopf“

Mit Krähen beschäftigte sich Monika Maron in ihrem 2016 erschienen Buch „Krähengekrächz“. Dieses Werk benutzt in ihrem neuen Roman „Munin oder Chaos im Kopf“ die Ich-Erzählerin, die sich mit einer Krähe, die sie Munin tauft, anfreundet – und sogar mit dem Vogel ins Gespräch kommt.

Die tierischen Antworten hört allerdings nur sie. Wird sie langsam verrückt? Das allerdings nicht. Doch im Kopf von der Journalistin Mina Wolf herrscht Chaos.

Aufsatz über Dreißigjährigen Krieg

Sie soll für eine westfälische Kleinstadt einen Aufsatz über den Dreißigjährigen Krieg schreiben. In ihrem Kopf vermischen sich die historischen Fakten mit der aktuellen Nachrichtenlage, und sie fragt sich: Leben wir wieder in Vorkriegszeiten? Mit Munin führt sie in den Nächten philosophische Gespräche über Gott, die Menschen und die Welt.

Tagsüber schläft Mina. Denn in ihrer Nachbarschaft nutzt eine Frau ihren Balkon für divenhafte Gesangsauftritte.

Stimmungsbild unserer Zeit

Eine Initiative der Nachbarn versucht, der behinderten Frau ihr Gekrächze zu verbieten, doch sie scheitern. Dennoch entwickeln sich Animositäten in der kurzen Straße.

Mit der Rückkehr von Minas Freundin endet ihre Einsamkeit und sie sieht die Realität weniger düster. Ein gelungenes Stimmungsbild unserer Zeit. Empfehlenswert!

Monika Maron: Munin oder Chaos im Kopf, 222 S., S. Fischer, 20 Euro, ISBN 978-3-1004-8840-4.

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