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Mueller-Stahl muss gleich noch sterben

KÖLN Armin Mueller-Stahl wirkt einsilbig und in sich gekehrt. Die Stimmung sei gut am Set von "Die Buddenbrooks". Mehr wolle er nicht sagen in dieser kurzen Drehpause. "Ich bereite mich vor, ich muss nämlich gleich noch sterben."

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 12.10.2007
Mueller-Stahl muss gleich noch sterben

"Buddenbrooks"-Regisseur Heinrich Breloer

In den Kölner MMC-Studios dreht Heinrich Breloer seine Version von Thomas Manns "Die Buddenbrooks", und Mueller-Stahl spielt den Patriarchen der Kaufmannsfamilie. Wie Iris Berben, Jessica Schwarz und Mark Waschke ist er im Kostüm zum Pressegespräch gekommen.

Innenaufnahmen in Patrizierhaus

Mit dem Tod des alten Buddenbrook gehen die Dreharbeiten in ihre letzte Phase. In Lübeck hat der Film Lokalkolorit getankt, jetzt stehen Innenaufnahmen auf dem Plan. Die Ausstattung wird von allen Beteiligten gelobt: Iris Berben meint, sie habe in den Patrizierräumen von Götz Weidner "nie das Gefühl, in einem Studio zu stehen". Und Heinrich Breloer lobt Kostümbildnerin Barbara Baum als "die Beste ihrer Zunft".

Produktion für Kino und TV

Mit anderen Worten: Die Bavaria Film lässt sich nicht lumpen. 16,2 Mio. Euro beträgt der nach oben korrigierte Etat der "Buddenbrooks". Für die Münchener die teuerste Produktion seit "Das Boot", merkt Matthias Esche von der Bavaria an.

Ende 2008 soll der Film ins Kino kommen, 2010 als Zweiteiler in der ARD laufen. Im Gegensatz zur Filmförderungsanstalt (FFA), die den "Buddenbrooks" kein Kino-Potenzial bescheinigt, hat die Filmstiftung NRW das Projekt gefördert. Deren Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach spricht von einer "Sternstunde der Koexistenz von Kino und TV". Auch Heinrich Breloer (Foto) sieht keinen Gegensatz zwischen beiden Medien: "Ich mache nicht Szenen für Kino und andere fürs Fernsehen. Der Film hat 140 Minuten plus x und jede ist fürs Publikum."

Warum seine "Buddenbrooks" den Untertitel "Ein Geschäft von einiger Größe" tragen, wird er gefragt. "Wir fokussieren auch auf wirtschaftliche Aspekte. Zollgrenzen fallen, aber die Buddenbrooks verkennen die Signale der Zeit. Bei uns sind sie Opfer einer frühen Globalisierung", so Breloer.

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