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"National-Epos" als müdes Laienspiel

"1500 Komparsen. 300 Darsteller. 50 Drehorte. Acht Nationen. Ein Film". - Und was für einer. So markig das Filmplakat auch klingt: Ivo Saseks "Helden sterben anders" ist ein blutig blutarmes Laienspiel.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 07.10.2007
"National-Epos" als müdes Laienspiel

Zwei Ränkeschmiede in "Helden starben anders".

Man sieht, was der Streifen sein möchte - Heldensaga, Schweizer Nationalepos, Freiheitshymne, Mittelalterchronik-, und schüttelt den Kopf ob des Resultates.

Akteure auf dem Niveau der Passionsspiele

Hemdsärmeligkeit in allen Kategorien: Dramaturgie, die durch Abwesenheit glänzt. Hölzern aufgesagte, papierene Dialoge. Akteure auf dem Niveau der Oberammergauer Passionsspiele. Als habe ein Video-Amateur eine Schweizer Variante von Mel Gibsons "Braveheart" zusammengestümpert. - Ist es Chuzpe oder Betriebsblindheit, diesen Hänger als "Monumentalfilm" zu vermarkten? Monumental ist einzig die Länge von 158 Minuten. Die kommt zustande, weil Ivo Sasek seine Story gnadenlos breit trampelt. Friedliebende Eidgenossen. Grausame Unterdrücker aus dem Hause Habsburg. Gottlose Pfaffen. Steinerweichend illustriert Episode auf Episode das Gleiche: Elends-Kitsch.

Lichtgestalt nur lächerlich

Aber den Schweizern erwächst eine Lichtgestalt, die den Habsburgern in der Schlacht von Sempach (1386) heimleuchten wird. Arnold Winkelried. Schon als kleiner Knirps schwört er Rache, pathostrunken und weihevoll. Wenn "low budget"-Kino auf großformatig macht, ist es nur ein Schritt bis zur Lächerlichkeit.

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