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Nur das Beste vom Besten

WUPPERTAL . "Grassierender Armut" begegnet Museumsdirektor Gerhard Finckh heute in Wuppertal. Vom früheren Reichtum der 1929 unter dem Namen Wuppertal vereinigten Städte Elberfeld und Barmen kündet noch die prächtige Kunstkollektion des Von der Heydt-Museums.

von Von Bernd Aulich

, 21.02.2008
Nur das Beste vom Besten

August Mackes "Blick auf eine Moschee" (Ausschnitt) von 1914.

Gestiftet haben sie großbürgerliche Sammler wie der Bankier August Freiherr von der Heydt und sein Sohn Eduard, der Wuppertal 1964 den gesamten nach dem Krieg und der NS-Diktatur verbliebenen Kunstbesitz seiner Familie vermachte. An die bedeutende Rolle kunstsinniger Unternehmer aus Elberfeld und Barmen erinnert das Von der Heydt-Museum mit einem weiteren Coup.

Mit dem Spürsinn einer Kunst-Detektivin

Mit detektivischem Spürsinn hat Kunsthistorikerin Antje Birthälmer als stellvertretende Direktorin des Hauses eine opulente Ausstellung expressionistischer Kunst aus 13 Privatsammlungen zusammengetragen. Der Titel "Der expressionistische Impuls" verweist auf die Aufbruchstimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie beflügelte viele zum Kauf von Meisterwerken des Expressionismus. Sie erwarben Meisterwerke von Künstlern der "Brücke" und der Künstlervereinigung "Der blaue Reiter" - und nur das Beste vom Besten. Das ist nun mit 200 Meisterwerken in einer Fülle ausgebreitet, die einen erstklassigen Einblick in die Entwicklung der spezifisch deutschen expressionistischen Kunst bietet.

Kirchner gehörte zu den Favoriten der Sammler

Der Großstadt-Maler Ernst Ludwig Kirchner zählte schon früh zu den Favoriten der Sammler. Sogar Max Beckmanns mythisch verbrämte Suche nach rätselhaften Welten, Ludwig Meidners Ekstasen oder Otto Dix' sarkastische Zeitkritik begeisterten sie. Angefangen von ihrer Vorläuferin Paula Modersohn-Becker sind den berühmtesten expressionistischen Malern ganze Säle gewidmet. Kuratorin Birthälmer entdeckte sogar expressionistische Bilder in Privatsammlungen, zum Beispiel von Max Pechstein, von denen noch gar nicht bekannt war, dass sie einst zum Besitz betuchter Sammler in Elberfeld und Barmen zählte - zu einer Zeit, als von den großen Sammlungen in Essen und Köln noch keine Rede war.

Von der Heydt-Museum: "Der expressionistische Impuls", Turmhof 8, Di-So 11 bis 18 Uhr, Do bis 20 Uhr.