Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schauerballade lässt leise frösteln

Das Spukhaus als Tor zur anderen Welt ist der große Klassiker des Gruselgenres. Im Hollywood-Streifen überwogen zuletzt Achterbahnfahrten mit knalligen Effekten . Wie es anders geht - feinnervig, filigran orchestriert -, konnte man in Alejandro Amenábars "The Others" beobachten. Aus Spanien kommt nun ein Mystery-Thriller, der wie "The Others" mit Wispern und Raunen arbeitet.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 19.02.2008
Schauerballade lässt leise frösteln

Im seltsamen neuen Heim: Belén Rueda als Laura.

"Das Waisenhaus" von Juan Antonio Bayona. Wenn uns in den stärksten Szenen ein Frösteln über den Rücken läuft, muss man das als Qualitätssiegel nehmen.

Ein Ehepaar zieht in einen alten Herrensitz. Für Laura (Belén Rueda) ist es ein Wiedersehen, war sie doch als Kind in der Villa, damals ein Waisenheim. Jetzt will sie dort Adoptivsohn Simon pflegen und Kinder betreuen.

Neue Spielgefährten

Simon berichtet Laura von neuen Freunden, mit denen er spiele. Und zeigt ihr Zeichnungen von sechs Kindern. Eines trägt einen Sack über dem Kopf. Laura tut Simons Kameraden als Hirngespinst ab. Dann hat sie eine Begegnung mit dem kleinen "Sackgesicht" und von da ab kommt Simons Geschichte ihr weniger spanisch vor.

Als Simon spurlos verschwindet, holt Laura ein Medium (Geraldine Chaplin) zu Rate. Wo ist der Junge? Woher kommt das nächtliche Rumoren? Wer hat in meinem Bettchen gelegen? Die Seherin findet heraus, dass Vergangenes durch die Mauern echot...

Sorgsam baut der Film Atmosphäre auf. Wie einen Darsteller setzt Bayona das Haus in Szene: dunkle, holzgetäfelte Korridore, verborgene Räume. Fotografiert in sepiablassen Bildern, denen die Farbe extrahiert wurde. Eine Schnitzeljagd führt zu Knochen in einem Schuppen. Unheilsschwanger brütet das Cello, sogar die Stille hat etwas Bedrohliches. Exquisite Schauerballade.