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Schüler geben den Ton an - für ein ganzes Orchester

BOCHUM Einmal im Jahr gibt es an der Bochumer Heinrich-Böll-Gesamtschule erstaunte Gesichter: Haben das wirklich Schüler gemacht? Einmal im Jahr ist dort das holländische Orchester "de ereprijs" zu Gast und führt Kompositionen auf, die die Schüler des Musik-Leistungskurses selbst geschrieben haben.

von Von Max Florian Kühlem

, 26.02.2008
Schüler geben den Ton an - für ein ganzes Orchester

Die Böll-Schüler komponieren selbst. Lehrer Jupp Roskam (hinten r.) unterstützt sie dabei.

Mit dem Konzert am Samstagabend (1.3.) geht das Kompositionsprojekt in die zehnte Runde und Lehrer Jupp Roskam spricht nicht ohne Stolz von "einer Riesen-Chance, die die Schüler in ihrem Leben vielleicht nicht noch einmal haben." Als das Orchester, das sonst zeitgenössische Musik spielt, vor zehn Jahren an die Schule herantrat, war er sofort begeistert. Und schon das erste Abschlusskonzert erstickte jede anfängliche Skepsis in der Lehrerschaft im Keim: Alle teilnehmenden Schüler hatten es geschafft, eigene Stücke für ein zwölfköpfiges Orchester zu komponieren.

Der Anfang ist das Schwierigste

Die Aufführung ist dann auch das große Ziel, das hilft, über drei Monate dabei zu bleiben, Tiefpunkte zu überwinden. Diese gibt es immer wieder: "Der Anfang ist fast das Schwierigste", sagt Felix Bock aus der diesjährigen Kompositionsklasse, "es gehört Mut dazu, die ersten Töne hinzuschreiben." Woher soll man die auch nehmen? Woher kommen die Ideen für ein eigenes Werk? Anna van Beek etwa vertonte ein selbst verfasstes Gedicht über unglückliche Liebe. Langsam tickt bei ihr das Schlagzeug wie eine gnadenlose Uhr. Felix Hülshoff hat den Soundtrack für sein Leben geschrieben: "Take Time" - "Lass dir Zeit" ist ein entspanntes Reggae-Stück. "Nur die Melodien für die Bläser zu finden - das war nicht leicht", erzählt Felix. Ganz anders Henrike Köllner: In ihrem Kopf war die Komposition schon fertig, bevor sie die erste Note geschrieben hatte. Über dessen Orchesterklang war sie bei ersten Proben dann doch überrascht.

Genau wie es Eltern und Freunde wieder sein werden, wenn sie das Konzert hören. Jupp Roskam hofft, dass er das Orchester noch lange einladen kann, die Sponsoren noch lange dabei bleiben, ohne die solch ein ambitioniertes Projekt gar nicht möglich wäre. Ein Projekt, das ein ganz anderes Lernen ermöglicht - die konsequente Arbeit an einem kreativen Schaffensprozess.