Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Emil-Schumacher-Museum

Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Hagen Das letzte große Gemälde, das Emil Schumacher kurz vor seinem Tod schuf, heißt „Paseo“. Es zeigt ein Rad – ein Symbol, das ihn zeitlebens beschäftigte.

Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Emil Schumacher malte „Helios“ 1988 und benannte das Bild nach dem griechischen Sonnengott. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wirklich erstaulich, welche neuen Aspekte das Emil-Schumacher-Museum in Hagen dem Werk dieses abstrakten Expressionisten immer wieder abgewinnt, und zwar scheinbar mühelos und sehr überzeugend. Am Sonntag eröffnet dort die Schau „Räder:Werk“ – eine runde Sache um das Motiv des Rades herum.

Optisch interessante Struktur

Zwar sind es diesmal „nur“ 58 Arbeiten, darunter aber wirklich prächtige Riesenbilder wie das sonnengelbe Werk „Helios“ aus dem Jahr 1988.

Es bildet einen Höhepunkt des Spätwerkes, in dem sich der Künstler dem Motiv des Rades erneut zuwandte. Schon ganz frühe Arbeiten wie der „Roder“ von 1950, ein landwirtschaftliches Fahrzeug mit einfachem Sitz, oder der Linolschnitt „Drehorgelmann“ von 1951 zeigen Doppelräder als optisch interessante Struktur.

Schumacher-Schau ist eine runde Sache

Rouven Lotz und Praktikantin Lara Kemler zeigen einen Entwurf, den Emil Schumacher 1993 für das Dortmunder Arbeitsamt schuf. Das fertige Keramik-Relief sah allerdings ganz anders aus, es existiert bis heute. Foto: Jäger

Emil Schumacher – ein passionierter Spaziergänger – habe sich sehr mit der bäuerlichen Landschaft beschäftigt, erklärte Rouven Lotz als wissenschaftlicher Leiter des Museums. Das Rad war wohl für den Künstler Symbol des menschlichen Erfindungsreichtums, stand aber auch für die Veränderung der Natur.

„Echo innerer Bilder“

So reicht die Bandbreite der Werke von gut erkennbaren Männern mit Karren auf erdfarbenem Untergrund bis zum Antikriegsbild „8. Mai“, auf dem Fahrzeuge und Menschen in einen Abgrund stürzen. Es entstand auf Anregung des Plakatkünstlers Klaus Staeck. Das Ende der Entwicklung bilden Werke, in denen das Rad und seine Speichen zur reinen, kraftvollen, abstrakten Form werden – in super-dickem Farbauftrag, wie er für Emil Schumacher typisch war.

„Schumacher erzählt nicht“, warnt Lotz vor einem Missverständnis, „er ruft ein Echo innerer Bilder hervor.“ Dennoch äußerte Emil Schumacher öffentlich bis zuletzt immer wieder seine Sorge um die Natur und kritisierte zum Beispiel die Abholzung des Regenwaldes.

Emil Schumacher Museum Hagen: „Räder:Werk“, Museumsplatz 1, 13.5. (Eröffnung 11.30 Uhr) - 14.10., Di-So 12-18 Uhr, Katalog 19,90 Euro.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Dortmund „Halaleluja – Iren sind menschlich“ ist ein augenzwinkernder Multikulti-Schwank, der in Irland spielt und neben seiner Botschaft viel gute Laune verbreitet.mehr...

Dortmund Junge trifft Mädchen – die älteste Geschichte der Welt. Edward stolpert im Film „Am Strand“ in eine Versammlung von Anti-Atom-Aktivisten, als sein Auge auf Florence fällt. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch die Beziehung bekommt auf tragische Weise einen Knacks. Getragen wird der Film von fabelhaft guten Darstellern.mehr...

Essen Nach der Jubiläumsspielzeit 2017/18, die unter dem Motto „Wer zahlt die Zeche?“ steht, ist das Motto des Grillo-Theaters Essen in der Saison 2018/19 „Alles umsonst“. Allerdings nicht mehr bezogen auf den Bergbau, sondern auf Entwicklungen in Europa und der Welt. Es gibt auch eine Uraufführung.mehr...

Ein Buch über seine Großmutter hat Thomas de Padova verfasst und schlicht „Nonna“ genannt. Der Autor verbrachte seine Sommerferien immer im Geburtsort seines Vaters, in einem Küstendorf in Apulien – und so ist sein lesenswertes Buch auch ein bisschen Reiseführer.mehr...