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Stargeigerin Mutter und Masur boten Klangschönheit

ESSEN Normalerweise treten Solisten im Sinfoniekonzert für ein Stück ins Rampenlicht - und verschwinden dann wieder. Anders jetzt beim mittleren der drei umjubelten Konzerte von Maestro Kurt Masur in der ausverkauften Essener Philharmonie: Da bestritt Stargeigerin Anne-Sophie Mutter am Samstagabend den ganzen ersten Teil (und saß danach als Zuhörerin im Publikum!).

von Von Klaus Stübler

, 03.02.2008
Stargeigerin Mutter und Masur boten Klangschönheit

Kurt Masur (l.), Anne-Sophie Mutter (r.) und das Orchestre National de France in der Philharmonie Essen.

Ludwig van Beethovens zwei große Violinromanzen mit Orchester spielte sie mit innigem Wohlklang auf langem Bogen - filigran, schwebend, beseelt im Ton. Die Musiker des Orchestre National de France mochten ihr da bedauerlicherweise nicht folgen, blieben zu erdenschwer; und die Hörner fielen ihr in der G-Dur-Romanze wiederholt zu grob und lautstark ins Wort. Schade um den Zauber dieser Musik.

Inspirierte Interpretin

Und eigentlich seltsam, denn im anschließenden Nocturne "Sur le même accord" für Violine und Orchester von Henri Dutilleux ging's mit einmal mit dem einträchtigen Musizieren. Ein feines Gewebe der Stimmen breitete sich da aus, Melodielinien der Solistin wurden von unterschiedlichen Orchesterinstrumenten aufgenommen und fort gesponnen. Anne-Sophie Mutter aber, die das ihr gewidmete Stück von Dutilleux vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben und seither mehrfach aufgeführt hat, begeisterte als inspirierte Interpretin zeitgenössischer Musik.

Große Ovationen

Die große Stunde des Kurt Masur folgte in der mächtigen C-Dur-Sinfonie D 944 von Franz Schubert. Mit kleinen Gesten regte er sein nach eigenen Angaben in den Proben mit harter Hand geführtes Orchestre National de France zu einer funkelnden, in sich geschlossenen Darbietung des Viersätzers an. Von den nunmehr ganz schlank blasenden Hornisten eingeleitet, zeigte sich jetzt ein glänzend disponiertes Orchester mit hervorragenden Solisten (Holzbläser, Posaunen), das die himmlischen Längen der Komposition jederzeit zu veredeln wusste. Große Ovationen.

Einen nächsten Masur-Termin gibt es übrigens auch schon: Am 7. Dezember soll der dann 81-jährige Maestro mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam in die Essener Philharmonie zurückkehren.