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Tourismus-Konzept für Ruhr 2010: "Unkonventionelle Metropole"

BOCHUM Das Ruhrgebiet soll 2010 ein Reiseziel werden, so bekannt wie das Brandenburger Tor in Berlin. Das hat sich die Ruhr Touristik (RTG) vorgenommen. Sie plant eine komplette touristische Neustrukturierung des Ruhrgebietes. Die sei, so RTG-Geschäftsführer Dieter Nellen bei der Vorstellung des Konzeptes am Freitag, dem Land und der EU rund 100 Millionen Euro wert.

Tourismus-Konzept für Ruhr 2010: "Unkonventionelle Metropole"

m Jahr 2010 Besucherzentrum, jetzt noch Ruine: Hans-Helmut Schild (v.l.), Dieter Nellen und Hubert Bratl vor dem Pumpenhaus neben der Bochumer Jahrhunderthalle.

Jeder fünfte Bundesbürger will im Kulturhauptstadtjahr das Ruhrgebiet besuchen. 32 Millionen Besucher kommen jedes Jahr ins Revier, 2010 werden es bis zu neun Millionen mehr sein. "Über 60 Reiseveranstalter sind interessiert", berichtete Hans-Helmut Schild von der Kulturmarketing-Agentur projekt 2508 aus Bonn.

Damit sich die Gäste nicht schon bei der Anreise verirren, werden in den Flughäfen Düsseldorf und Köln "Info Lounges" eingerichtet. Zwölf Millionen Euro stehen für den Bau von fünf Besucherzentren bereit. Das Duisburger "Welcome Center" kommt ins City-Palais, am CentrO Oberhausen wird ein Gebäude neu errichtet, Essen baut auf Zollverein die oberste Etage der Kohlenwäsche um, das Dortmunder Zentrum kommt neben das U und einer von drei Bochumer Anlaufpunkten ins Pumpenhaus neben die Jahrhunderthalle. Ein bildschönes Stück Industriearchitektur, bisher allerdings eine Ruine. Weitere acht Millionen Euro stehen bereit, um in allen anderen 2010-Städten "Info-Points" einzurichten.

Bratl: Keine Metropole der Perfektion

Sechs Millionen können fürs Marketing ausgegeben werden, davon drei Millionen für die allgemeine Werbung. Sie wird das Ruhrgebiet als "Europas unkonventionelle Metropole" darstellen - noch nicht der Slogan, aber der "Markenkern" der künftigen Kampagne. Die Aussage sei in Interviews auf 71-prozentige Zustimmung gestoßen, sagte Hubert Bratl von der Agentur invent. Die Aufgabe, daraus den endgültigen Slogan zu entwickeln, wird europaweit ausgeschrieben.

Und der Nahverkehr? Dass es ein Problem sein könnte, wenn die Besucher vom Essener Hauptbahnhof zur Zeche Zollverein mit der Straßenbahn durch halb Essen schaukeln, weist Bratl zurück. "Das ist doch eine originelle Strecke", meinte er. "Wir wollen keine Metropole der Perfektion."

Allerdings geht es auch mit der Alternative voran. Der S-Bahnhof Essen-Katernberg soll aufgehübscht, in "Zollverein" umgetauft und zur Haltestelle der Regionalexpress-Linie 3 werden. Dann könnten Touristen mit dem Zug kommen. Die Gespräche mit der Bahn AG laufen.

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