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Verdammt zur Vermarktung

Zu Beginn umkreist die Kamera das Kürzel „DWK5“, wie man das mal beim Batman-Logo gesehen hat. Merke: „Die Wilden Kerle“ sind ein Warenzeichen.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 20.02.2008
Verdammt zur Vermarktung

Die "Wilden Kerle", diesmal in Kostümen wie "Mad Max".

Ein Produkt, das die Verwertungskette durchläuft und noch im Regal von „Toys'R'Us“ zu finden ist. 2002 gestartet als Bolzplatz-Dramolett, jetzt hochgejazzt zur Fantasy-„Saga“. Schon der vierte Film hob ab ins Wolkenkuckucksheim, im fünften geht die Erdung völlig flöten. Ein Vampirmärchen will er sein.

Und weil bei den Darstellern die Pubertät anklopft, handelt er auch von der Liebe. Aus Kindern werden Leute. Daran abzulesen, dass Jimi Blue Ochsenknecht (16) sich als Popstar versucht und in Videos als Westentaschen-Timberlake posiert. Auch optisch driftet der Film in Richtung Fantasy und Rock'n'Roll. Die Kostüme der Wilden Kerle erinnern an „Mad Max“, der Kickersport an „Rollerball“. Vanessa (Sarah Kim Gries) hat etwas von der Metal-Diva Doro Pesch. Der Obervampir (Marvin Unger) kommt daher wie ein verjüngter Lenny Kravitz, seine Eleven sind Gruftimäuse und Zwergenpunks.

Für Kinder und Teenies

Inhaltlich versucht man sich an einem Spagat. Kindgerecht und teenietauglich. Gruselig und komisch. Eine in die Welt geflunkerte Vampirrotte entführt Leon (Jimi Blue) in ein stillgelegtes Stahlwerk. Die Wilden Kerle wollen ihn raushauen. Nach allerlei keimfreier „Erotik“ und viel Geschwätz kommt es zum entscheidenden Duell. Kampfdisziplin ist ein Ballspiel in der Halle, wie man es aus Werbeclips mit Fußballgöttern kennt. Wer wird wohl gewinnen? Dramaturgisch ist das flau, spannungsarm zusammengeschustert und mäßig amüsant. Raban Bieling oder Janina Fautz („Klette“) spielen noch schön aufgeweckt. Marlon Wessel, Sohn von Regisseur Joachim Masannek, spricht seinen Maxi mit penetranter Schlafmützigkeit. Über allem wabert der Geruch von industriegefertigtem Plastik.