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Festival „Klangvokal“

Verdis Giovanna triumphierte mit der Stimme

Dortmund Die Aufführung der frühen Verdi-Oper beim Musikfestival „Klangvokal“ am Sonntagabend im Konzerthaus Dortmund war ein Ereignis. Besonders der Chor überraschte.

Verdis Giovanna triumphierte mit der Stimme

Die drei Hauptsolisten (v.r.) Marina Rebeka, Jean-François Borras und Vittorio Vitelli machten Verdis „Giovanna D‘Arco“ im Konzerthaus Dortmund zum Ereignis. Foto: Kirschbaum

Die konzertanten Opernaufführungen sind das Flaggschiff des Dortmunder Musikfestivals „Klangvokal“. Verdis frühe Oper „Giovanna D‘Arco“ machten am Sonntagabend die drei Hauptsolisten zu einem Ereignis und unvergesslichen Erlebnis.

Ein Weltstar mit vielen Farben in der Stimme

Die lettische Sopranistin Marina Rebeka ist die zurzeit gefragteste Traviata an allen großen Häusern der Welt.

In Dortmund sang sie die Giovanna mit faszinierend vielen Farben in ihrer eigentlich sehr biegsamen Stimme, die allerdings in den dramatischen Momenten im ersten Akt zuweilen etwas scharf klang. In der Pause hat den drei Hauptsolisten dann wohl jemand gesagt, dass man im Dortmunder Konzerthaus nicht so laut singen muss.

Hexe und Erlöserin

Von der Erlöserin zur Hexe wird Giovanna (das Äquivalent von Schillers Jungfrau von Orleans) in nur wenigen Minuten. Das Wechselbad der Gefühle zwischen der betenden, sterbenden Figur und der Kämpferin machte Rebeka auch emotional hervorragend deutlich.

Mit viel Leichtigkeit führte sie ihren Sopran durch die Koloraturen und begeisterte mit einem wunderbaren Belcanto-Schmelz in der Stimme.

Ein wunderschönes Duett zwischen Vater und Tochter

Der Franzose Jean-François Borras sang Giovannas Liebhaber mit starker, heldenhafter Stimme. So ein musikalisch kraftvoller Verdi-Tenor könnte mit seiner Stimme mühelos auch die Arena di Verona füllen.

Ebenso stark war der Italiener Vittorio Vitelli als Giovannas Vater, der auch wunderbare lyrische Momente hatte – etwa im traumschönen Duett mit Giovanna im dritten Akt.

Triumph und Gefühle

Die Überraschung des Abends war der vortreffliche Landesjugendchor NRW, der mit rund 75 jungen, kraftvollen Stimmen höchst präsent sang. Eine abwechslungsreiche, große Partie hat Verdi für den Chor komponiert – für gemischten Chor, Männer- und Frauenchor.

Generell ist diese frühe Verdi-Oper zu Unrecht vergessen. Man hört schon Anklänge an „Nabucco“ oder „Traviata“. Und der Italiener Daniele Callegari am Pult des souveränen WDR-Funkhaus-Orchesters Köln lotete die vielen Facetten der Musik zwischen Triumph und lyrischem Gefühlskammerspiel sehr schön aus. Zehn Minuten Ovationen im Stehen für einen großen Abend und einen der Höhepunkte des Festivals Klangvokal.

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