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Viel Applaus für "Die Glasmenagerie" bei den Ruhrfestspielen

RECKLINGHAUSEN In einer lichten Traumwelt-Atmosphäre mit sanften, leicht angestaubten Farben erinnert sich Tom an den Abend, der sein Leben hätte verändern können. Um diese Figur hat Regisseur David Mouchtar-Samorai Tennesse Williams Vier-Personen-Stück „Die Glasmenagerie“ erweitert. Die mit viel Applaus aufgenommene Premiere seiner Inszenierung am Theater Bonn ist bei den Ruhrfestspielen zu sehen.

Viel Applaus für "Die Glasmenagerie" bei den Ruhrfestspielen

Nicht immer ist es so harmonisch: Die Mutter (Gabriele Köstler) und Laura (Xenia Snagowski) in der "Glasmenagerie".

Im Untertitel heißt der Klassiker, mit dem Williams weltberühmt wurde, „Ein Spiel der Erinnerung“ und so übernimmt die hinzugefügte Figur diesen Part. Ulrich Kuhlmann spielt den alten Tom meist mit abgeklärtem Lächeln und ruhigen Bewegungen. Der junge Tom hingegen ist bei Arne Lenk ein „angry young man“, der seine Mutter als Hexe beschimpft, eine Art Hassliebe entwickelt hat und vor der Realität ins Kino flüchtet.

Mutter ist echte Nervensäge

Eine wirkliche Nervensäge gibt Gabriele Köstlers Mutter Amanda ab. Schwer erträglich, wie sie das Glück ihrer Kinder erzwingen will. Völlig unpassend aufgetakelt und mit affektiertem Gute-Laune-Gehabe präsentiert sie sich beim Abendessen mit dem Gast, der Töchterchen Laura heiraten soll. Die wiederum spielt Xenia Snagowski als introvertiertes in die Jahre gekommenes Mädchen, als Gehetzte von den Ansprüchen der Mutter, die sie nicht erfüllen kann. Dass auch ein Leben jenseits der Glasmenagerie für sie möglich wäre, flammt an diesem Abend kurz auf.

Sie tanzen und sie küssen sich

Denn der Gast Jim – Helge Tramsen mimt den netten Schwiergersohntyp mit Glauben an den amerikanischen Traum – war Lauras Schwarm in der Schule. Sie tanzen und sie küssen sich, doch dann gesteht er ihr, das er bald heiratet. Und so endet der Traum – für Mutter und Tochter, Sohn Tom macht sich aus dem Staub.   Termine: 14./15. Juni. Karten unter Tel. (02361) 92 18-0. 

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