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"Von der Poesie des Verfalls" im Schloss Cappenberg

CAPPENBERG Das Gesamtwerk Gebhard Schwermers hätte den Rahmen gesprengt. Der in Arnsberg geborene Künstler hinterließ nach seinem Tod im vergangenen Jahr 4000 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken. Aus dieser Sammlung sind nun 220 Werke im Schloss Cappenberg zu sehen.

von Von Daniel Maiß

, 26.06.2008
"Von der Poesie des Verfalls" im Schloss Cappenberg

Den Zauber des Verfalls hielt Gebhard Schwermer fest, dem jetzt eine Schau auf Cappenberg gewidmet ist.

Bis allerdings auch das letzte Gemälde seinen Platz fand, war es für Thomas Hengstenberg und Sigrid Zielke ein langer Weg. Die beiden Kuratoren mussten sich zunächst einen Überblick verschaffen. Schwermer hatte zu Lebzeiten nämlich auf ein System in der Aufbewahrung seiner Werke verzichtet. So blieb den Kuratoren nichts anderes übrig, als alle Werke durchzusehen.

"Da ergab sich ein Problem. Schwermer hat auf gleichbleibend hohem Niveau gearbeitet", so Hengstenberg. Der Fachbereichsleiter für Kultur des Kreises Unna und Kunstreferentin Zielke hatten die Qual der Wahl. Herausgekommen ist ein Potpourri der besten Werke Schwermers, einen Großteil der Ausstellung bestimmen seine Kunstwerke in Öl.

Architektur, aber kaum Menschen

"Von der Poesie des Verfalls" heißt es noch bis zum 21. September. Die Architektur steht bei Schwermer im Mittelpunkt. "Fast alle Gebäude sind im Verfall begriffen", erklärt Hengstenberg den Titel der Ausstellung.

Kaum einmal ist ein Mensch zu sehen. Dennoch erzählen die Bilder von Menschen. Häufig stellt sich beim Betrachter das Gefühl ein, als sei gerade noch jemand da gewesen. "Man wird zum Kriminalisten und fragt sich: Was ist mit den Menschen geschehen, die dort gelebt oder gearbeitet haben?", beschreibt Hengstenberg die Faszination.

"Von der Poesie des Verfalls" ist die bisher umfangreichste Ausstellung Schwermers, auch wenn sie nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtwerkes vermitteln kann.

 Schloss Cappenberg: "Von der Poesie des Verfalls", bis 21.9., 5379 Selm-Cappenberg, Di bis So 10-17 Uhr, Tel. (0 23 06) 7 11 70.