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Thomas Köck gewinnt Dramatikerpreis

„Stücke“-Festival

„Paradies spielen“ überzeugte die Jury des „Stücke“-Festivals in Mülheim. Das Publikum hingegen setzte Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ auf Platz 1 und den österreichischen Autor Köck auf den letzen.

Mülheim

von Britta Helmbold

, 03.06.2018
Thomas Köck gewinnt Dramatikerpreis

Szene aus dem Gewinnerstück von Thomas Köck: Passagiere im ICE Foto: Kleiner

Thomas Köck hat für sein Stück „Paradies spielen (Abendland. Ein Abgesang)“ den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis beim „Stücke“-Festival gewonnen. Nach gut zwei Stunden Diskussion am Samstag im Theater an der Ruhr stimmten vier von fünf Jurymitgliedern für den letzten Teil seiner „Klimatrilogie“. Die Preisverleihung ist für den 24. Juni geplant.

Beim Publikum, das nach jeder Aufführung per Zettel abstimmen kann, schnitt Köck allerdings schlechter ab, er landete auf dem letzten, dem siebten Platz. Wie Festivalleiterin Stephanie Steinberg nach der Dramatikerpreis-Entscheidung bekannt gab. Der Publikumspreis ging an Elfriede Jelinek für ihr Stück „Am Königsweg“.

Mit Themen überfrachtet

Das Gewinnerstück war in der Uraufführungsinszenierung vom Nationaltheater Mannheim an den letzten beiden Festivaltagen zu sehen. Köck verhandelt ziemlich viele Themen in seinem Stück, überfrachtet es damit. Es geht um die Globalisierung und Billigarbeitskräfte, um die Klimakatastrophe und Migration...

Davon erzählt der Autor metaphernreich in drei ineinander verschränkten Erzählsträngen, die Marie Bues in unterschiedlichen Spielweisen inszeniert hat. Da ist der Sohn, der sich nicht zu seinem Vater traut, denn der hat sich wegen Burn-out selbstverbrannt. David Müller als Sohn berichtet davon in einem pathetisch, balladenhaft wirkenden Monolog.

Geschichten enden tödlich

Albern-comicmäßig angelegt ist die Episode über fünf in plüschigen Tierkostümen steckenden Passagiere, die in einem ICE sitzen, der nicht mehr anhält. Am Ende werden sie vom Schaffner erschossen. Die dritte Geschichte endet ebenfalls tödlich für die zwei chinesischen Wanderarbeiter, die in Italien das Paradies suchen und wieder in einem Sweatshop landen. Per Live-Video sprechen sie meist in der dritten Person von sich.