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Zwei Künstlerinnen zeigen vergängliche Kunst

Osthaus-Museum Hagen

Viele neue Ausstellungen gibt es in der Region zurzeit nicht. Im Osthaus-Museum Hagen präsentieren ab Freitag zwei junge Künstlerinnen eine Doppelausstellung. Ihre Kunst bleibt nicht lange.

Hagen

, 03.07.2018
Zwei Künstlerinnen zeigen vergängliche Kunst

Isabella Fürnkäs zeigt im Osthaus-Museum auch Porträt-Zeichnungen © Julia Gaß

Es ist eine vergängliche Kunst, die Isabella Fürnkäs (29) und die zehn Jahre ältere Frauke Dannert auf zwei Etagen im Osthaus-Museum in Hagen zeigen.

Frauke Dannert, eine Künstlerin, die in Herdecke geboren wurde und jetzt in Köln arbeitet, hat eine Wand in der vierten Etage des Museums mit Acryl bemalt. Florale Motive, die das Zentrum ihrer Arbeit bilden, ziehen sich über die rund 16 mal fünf Meter große Wand, die nach dem 5. August wieder weiß gestrichen wird.

Und im Untergeschoss des Hagener Hauses präsentiert die in Toyko geborene, deutsch-französische Künstlerin Isabella Fürnkäs eine Video-Performance, die nur bei der Eröffnung am Freitag (6.7.) zu sehen ist.

Katastrophe auf dem Floß

Danach bleiben das Video und eine Reihe von Porträt-Zeichnungen im Passbild-Format der Düsseldorfer Künstlerin. Die erinnern an eine Arbeit von Andreas Gursky, die im Museum Ostwall in Dortmund zu sehen war, und Isabella Fürnkäs hat auch in Gurskys Klasse in Düsseldorf studiert. Allerdings hat der Dozent sie mehr zu Videoarbeiten inspiriert als zu den Zeichnungen.

Videokunst kombiniert die Düsseldorferin in ihrer Performance mit Theater. In die Mitte des Jugendstil-Saals hat sie ein Holzgestell gebaut und es mit weißen Fliesen belegt.

Suchende auf einem Floß

Das Podest ist das Display für die Videos vom Meer und Strand, die ein Beamer von der Decke auf die weiße Fläche projiziert. Und es ist Spielfläche für vier Darsteller, die in weißer Kleidung und mit Masken auf diesem Floß liegen und mit Tablets miteinander kommunizieren.

Assoziationen zu Flüchtlingen werden sich bei den Besuchern einstellen, aber Isabella Fürnkäs geht es in ihrer „Metamorphes of Control“ darum, Kampf und Schmerz der gestrandeten Menschen zu zeigen, aber auch die Hilflosigkeit und den Kontrollverlust in einer digitalen Welt.

Inspiriert vom „Floß der Medusa“

Inspiriert worden ist die Künstlerin zu ihrer Performance, die die Kunststiftung NRW unterstützt, vom Gemälde „Floß der Medusa“ von Théodore Géricault, das eine Katastrophe Schiffbrüchiger aus dem Senegal beschreibt.

An die Säulen des Museumssaals pinnt Fürnkäs ihre kleinen Porträtzeichnungen, die für die anonymen Zuschauer einer Katastrophe stehen. Und das Fließen des Wassers symbolisiert die Künstlerin auch durch ein großes, wehendes Tuch mit japanischen Tuschezeichnungen. Damit hat die 39-Jährige ihr ganzes bisheriges Künstlerleben in einen Raum gebracht.

Florale Elemente und Architektur

Frauke Dannert nennt ihre Ausstellung in der vierten Etage „Bosco“, und damit werden auch die kleine Hecken in der Gartenarchitektur beschrieben.

Zwei Künstlerinnen zeigen vergängliche Kunst

Museumschef Tayfun Belgin vor der von Frauke Dannert bemalten Wand © Julia Gaß

Architektur und Botanik verbindet die Kölnerin in all ihren Arbeiten. Aus zerschnittenen Fotos von Blättern und Gräsern setzt sie in ihren Collagen florale Gebilde und organische Formen zusammen.

Blick durchs Schlüsselloch

Im Oberlichtsaal des Museums zeigt sie – wie passend zur Museums-Architektur – winzige Fotos von Gewächshäusern. Blicke wie durch ein Schlüsselloch sind das, wenn man die acht mal acht Zentimeter kleinen Bilder betrachtet. Und diese mehrfach belichteten Fotos wirken beinahe wie Tuschezeichnungen.

Vom 14. Juli bis 5. August zeigt außerdem die Hohenlimburger Künstlerin Ute Voss in der Rotunde des Osthaus-Museums eine Auswahl ihrer Arbeiten zum Thema „Unterwegs“. Und die große Ausstellung von Jungstar Leon Löwentraut bleibt auch bis zum 5. August.

Osthaus-Museum Hagen: Frauke Dannert „Bosco“ und Isabella Fürnkäs „Metamorphoses of Control“, 6.7. (Eröffnung um 18.30 Uhr) bis 5.8., Museumsplatz 1, Di-So 12-18 Uhr.
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