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Zweijährige Zuschauer staunen im Theater

HAMM Großes Getümmel im Helios Theater in Hamm. Kleinkinder weinen und spielen Fangen. Plötzlich: Stille. Die kleinen Münder öffnen sich und die Augen schauen fasziniert nach oben. Die Kleinen sind Zuschauer des "Theater für die Allerkleinsten".

19.02.2008

 

Musiker Andrés Cabrera betritt den Raum, ein hölzernes Gefäß in den Händen, ein kleines hölzernes Stäbchen darin kreisend und leise, hohe Töne erzeugend. Ohne Worte folgen ihm seine kleinen Zuschauer in den Theatersaal. Sprache ist hier überflüssig, denn die Theaterbesucher in Hamm sind zum Teil gerade einmal zwei Jahre alt. Eine Bühne gibt es nicht, nur eine kreisförmige Fläche aus Holzspänen. Das Naturmaterial steht im Mittelpunkt des Theaterstücks „Holzklopfen“, einer Koproduktion mit dem Straßburger Théâtre Jeune Public, das am 24. Februar in Hamm Premiere feiert. Hier nimmt Holz viele Gestalten an, mal ist es Möbelstück, mal Wald oder Geschöpf. Puppenspieler Michael Lurse erzählt den Kindern behutsam eine Geschichte. Vorsichtig schiebt er mit den Händen eine Straße durch das Sägemehl, kommuniziert wortlos mit einem Fabelwesen, das er sich aus dem selben Material erschaffen hat und erzeugt dabei feine Geräusche und beeindruckende Bilder.

Kinder ernst nehmen

In Deutschland gibt es „Theater für Allerkleinste“ noch nicht so lange, doch in vielen europäischen Ländern gehört es schon lange dazu. Man erkannte, dass künstlerische und kreative Erfahrungen einen wesentlichen Ausgangspunkt der Selbst- und Welterfahrung von Kleinkindern bilden. Holz, Erde oder Wasser bieten den kleinen Menschen einen Zugang, der ihnen näher ist als Sprache. Was hier zählt, ist Beobachtung. Die Kinder riechen das Holz, hören es und beobachten still jede Bewegung von Michael Lurse. Einmal wöchentlich wird Kindergartengruppen das weiterentwickelte Stück vorgespielt, Theaterpädagogen untersuchen in so genannten Experimentierfeldern das Verhalten der Kleinkinder. „Sie beobachten, sind impulsiv und emotional. Sie kennen keine Konventionen mit dem Theater“, erklärt Regisseurin Barbara Kölling. „Kinder sind ernst zu nehmende Zuschauer, sie brauchen nicht nur bloße Bespaßung. Sie müssen auch nicht alles greifen und anfassen“, sagt Anja Lemke, organisatorische Leiterin des Helios Theaters.

 Termine: 25./26./27.2. 10 Uhr. Karten: Tel. (02381) 92 68 37.