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Bloß kein Mitleid!

Die RBSG Dorsten bietet Sitzball für Menschen mit Behinderungen an

23.05.2007

So waren am letzten Samstag fünf Teams in einem Turnier in der Bonifatiushalle am Ball. Für den Neuling ist es schon ein ungewohnter Anblick, wenn Männer auf ihren Beinstümpfen nach einem Ball hechten, oder Einarmige versuchen, das runde Leder zuzustellen. Die Akteure dürfen während des Spiels nämlich keine Prothesen oder Stützapparate tragen. Das Gefühl des Mitleids wollen die Sitzballer aber gar nicht aufkommen lassen. Sie leben seit langem mit ihren Behinderungen und wollen sich einfach nur sportlich betätigen - und das mit ganzem Ehrgeiz. Der Umgangston ist nicht anders als auf einem Fußball-Platz. Da wird über schlechte Zuspiele gemeckert und auch Schiedsrichterentscheidungen bleiben selten unkommentiert. Sitzball wird mit jeweils fünf Spielern auf einem Feld gespielt, das halb so groß wie eine Volleyball-Fläche ist. Die beiden Seiten sind mit einem ein Meter hohen Band getrennt, über das der Ball nach drei Berührungen gespielt werden muss. Nach einer Berührung darf der Ball einmal auftupfen. Die Spielzeit beträgt zwei Mal sieben Minuten. Viel Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht, denn der Ball ist fast immer im Spiel, da der Schiedsrichter keine Verzögerungen duldet. Entsprechend schnell ändert sich der Teint der Spieler in ein knalliges Rot. Die meisten Sitzballer haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel, denn viele Vereine haben Nachwuchsprobleme. «Es ist sehr schwer junge Leute für den Sport zu begeistern», erklärt Sportwart Norbert Lamprecht, der mit 80 Jahren immer noch als Schiedsrichter einspringt. Wenn die Dorstener trainieren, helfen meist Marler aus, um zumindest fünf gegen fünf spielen zu können. Und auch die Dorstener fahren zum Marler Training. Er würde sich freuen, wenn sich bewegungswillige Mitspieler donnerstags ab 18 Uhr zum Training in der Bonifatiushalle einfinden würden. Gewonnen hat das Turnier übrigens Rhede, das im entscheidenden Spiel Bottrop mit 27:25 bezwang. Da war es dann auch wirklich so spannend wie im «großen» Sport. weih Infos zur Sitzball-Gruppe gibt es bei Norbert Lamprecht unter Tel.: 02362/6 85 38 oder bei Hans Krella unter Tel.: 02362/7 28 84.

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