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Reiten

Der Alleskönner

Haltern Wie sich ein Reitpferd entwickelt, kann auch der beste Pferdekenner nie mit letzter Gewissheit sagen. „Royal Black“ ist ein klassisches Beispiel dafür.

Der Alleskönner

„Roy“ in seinem Element: mit Carla Potthast im Gelände.  privat Foto: Picasa

Vor 16 Jahren, 2001, kaufte Hubert Schröer den damals neunjährigen, im Rheinland gezogenen Rappschimmel „Royal Black“ als Dressurpferd. Heute ist „Roy“ zu einem vielseitigen Allrounder herangereift der Dressur und Springen beherrscht, ein bis vierspännig als Kutschpferd gefahren wird und bei der Fuchsjagd das Feld anführt. Im Schulbetrieb ist „Roy“ zu einem verlässlicher Begleiter für die Nachwuchsreiter des LZRFV Haltern geworden.

Seit 2012 ist Carla Potthast als Pferdebetreuerin mit „Roy“ zusammen. Sie hatte vorher schon Reitstunden auf den Schulpferden am Görtzhof genommen und war als Freundin von Melissa Schröer schon häufiger im Familienstall geritten. Sie begann, mit „Roy“ im Dressurbereich zu arbeiten, was sich anfangs schwierig gestaltete. Die beiden mussten als Team zuerst zusammenwachsen, oder „einen Sack Salz zusammen fressen“, wie es in der Reitersprache heißt. Doch ein Jahr und unzählige Möhren später war es geschafft. Pferd und Reiterin waren ein echtes Paar geworden.

Mittlerweile haben die beiden schon erfolgreich Dressurprüfungen bis zur Klasse A gemeistert und im Springen Schleifen in den Klassen A bis L geholt. Potthast sagt: „Er kann sich praktisch auf dem Teller drehen, springt aber schon auch mit eigenem Kopf.“ Sie erinnert sich noch gut an ein A-Springen in Lembeck, wo „Roy“ zweimal vor einem Hindernis „parkte“, am Ende aber doch den kompletten Parcours schaffte.

Bei der Bodenarbeit mit dem Pferd hat Potthast schnelle Erfolge erzielt, denn beim Führen und Halten entdeckte sie die große Neugier des Pferdes an allem Neuen. So konnte sie „Roy“ fast spielerisch die ersten kleinen Tricks wie Lächeln, einen Knicks machen oder Kopfschütteln für ein Nein beibringen. Das war auch die Grundlage für die Arbeit in der Freiheitsdressur, bei der die Pferde nur auf kaum wahrnehmbare Zeichen reagieren sollen und die Verständigung zwischen Mensch und Tier praktisch ohne sichtbare Hilfsmittel erfolgt.

Hubert Schröer spannt sein Pferd auch gerne ein- oder mehrspännig vor die Kutsche. „Roy“ ist auch da in seinem Element, meistert problemlos selbst mehrtägige Touren mit Tagesfahrleistungen bis zu 80 Kilometer und hat auch schon im Turniersport vor der Jagdkutsche sein Können unter Beweis gestellt.

Überhaupt ist das freie Gelände wohl die wahre Domäne des Schimmels. Das Jagdreiten erledigt er wendig, schnell, mit Mut und Vertrauen. Er geht dabei auch im Mix, einer Kombination aus wuchtigen Geländesprüngen und normalen Hindernissen. Bei der Fuchsjagd ist er in allen drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp trittsicher und mit großer Begeisterung dabei und bei gutem Wetter trainiert Carla Potthast mit ihm regelmäßig mehrstündige Geländeritte. Nach Schritt und Trabpassagen lässt sie das Pferd dann im vollen Jagdgalopp und bei Sprüngen über Baumstämme seine Energie austoben.

Eine besondere Eigenschaft bei Pferden ist die innere Ruhe, auch wenn fremde Reiter im Sattel sitzen. So kam „Roy“ schon früh im Schulpferdecup zum Einsatz, zu Anfang noch als Notlösung, weil damals zu wenig Pferde im Stall waren. Er entwickelte sich schnell zu einer sicheren Bank, gibt dabei seine eigenen Erfahrungen an noch nicht so geübte Reiter weiter und bringt diese so sicher durch die Prüfungen. Hubert Schröer sagt dazu: „Er weiß einfach immer genau, was um ihn herum passiert“ Diese innere Ausgeglichenheit und das Vertrauen in seinen Reiter macht „Roy“ auch zum idealen Schützenfest- und Nikolauspferd.

2013 probierte Carla Potthast mit „Roy“ erstmals auch das Reiten nur mit einem Halsring aus. Bei dieser schwierigen Reitdisziplin muss das Pferd praktisch nur auf Gewichtshilfen des Reiters reagieren und wird ausschließlich mit feinen Signalen gesteuert. Potthast sagt rückblickend: „Beim ersten Mal habe ich allerdings als Notbremse noch die Trense angelegt.“

Mittlerweile sind Potthast und Roy total aufeinander fixiert und probieren immer wieder neue Dinge aus. Sie kümmert sich intensiv um seine weitere Ausbildung und das Wohlergehen und sagt: „Roy soll fit und gesund bleiben.“ Sie freut sich über die große Freiheit, die ihr die Besitzer lassen, und begrüßt „Roy“ natürlich jeden Tag mit seiner Lieblingsspeise, einer Möhre.

Für Manuela Schröer steht fest: „Roy ist keine Schönheit, aber sein Charakter macht ihn zum Verlasspferd und zum echten Allrounder.“

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