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Fair-Play-Liga stößt auch in Haltern auf Interesse

Fußball

Die Fairness ist ein Gebot, das in allen Sportarten oberste Priorität haben sollten. Der Fußball-Kreis Aachen hat vor einigen Jahren die Fair-Play-Liga für die F-Junioren gestartet, in der es keine Schiedsrichter gibt.

HALTERN

von Von Ralf Weihrauch

, 04.08.2011
Fair-Play-Liga stößt auch in Haltern auf Interesse

In Haltern weist zu Spielbeginn noch der Schiedsrichter darauf hin, Fairness walten zu lassen. In der Fair-Play-Liga sollen die Nachwuchskicker das selbständig hinbekommen.

Die jungen Kicker sollen sich selber einigen, ob der Ball im Aus war, ob es ein Handspiel oder ein Foul war. Damit wird mehr oder weniger der Straßenfußball auf den Platz gebracht. „Drei Ecken, ein Elfmeter“ wird zwar nicht praktiziert, aber ansonsten sollen die Kinder alles untereinander regeln. Das Spielen fußt auf vier Säulen: der Anerkennung und Einhaltung der Spielregeln, dem partnerschaftlichen Umgang mit dem Gegner, auf gleiche Chancen und Bedingungen achten, gewinnen wollen, aber nicht um jeden Preis und Haltung in Sieg und Niederlage bewahren.

Dabei spielen die Trainer eine ganz wichtige Rolle, denn sie müssen schon im Training ihrer Mannschaft den Fairplay-Gedanken nahe bringen. Sie sind auch die einzigen, die in ganz seltenen Fällen eingreifen dürfen, vor allem dann, wenn sie erkennen sollten, dass einer ihrer eigenen Kicker absichtlich unfair spielt. Die Eltern sollen so weit wie möglich vom Spielfeld ferngehalten werden. Es sind gerade überehrgeizige Väter und Mütter die von Außen sehr viel Unruhe ins Spiel bringen. Es soll nun eine Tabuzone von 15 Metern rund ums Feld geben, in der niemand außer den zwei Trainern oder den Betreuern etwas zu suchen hat. Der Fußball-Kreis Wesel hat im März dieses Jahres einen Versuch gestartet, an dem sich zehn Mannschaften beteiligt haben. Der Erfolg war umwerfend. Für die nun startende Spielzeit haben sich schon 44 Mannschaften gemeldet.

Bei solchen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass sich auch die heimischen Verantwortlichen für dieses Projekt interessieren. Uwe Matecki, der für den Jugendfußball verantwortliche Mann im Kreis Recklinghausen, hat zwar noch nichts geplant, hält die Fair Play-Liga aber für beachtenswert: „Wenn die Fairplay-Liga in anderen Verbänden erfolgreich ist, werden wir darüber nachdenken, sie auch zu testen. Wir sind für alles offen. Allerdings haben wir bislang in den unteren Jahrgängen keine großen Probleme. Wenn es sie aber gibt, sind fast immer die Eltern oder die Trainer schuld.“ Auch bei den Halterner Trainern ist man interessiert. So sagt Tobias Borgers vom ETuS: „Die Idee ist nicht schlecht. Damit kämen wir ja fast zurück zum Straßenfußball – und da hat das ja auch immer geklappt. Bei uns gab es in den letzten Jahren bis auf ein paar verbale Auseinandersetzungen aber keine Zwischenfälle.“ Für Kinder wäre die Fair-Play-Liga auf jeden Fall eine Schulung des Charakters und der Persönlichkeit. Trainer und nicht zuletzt Eltern könnten dabei aber auch noch einiges lernen. 

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