Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Flaesheimer Erfolgsweg soll nicht mit DM-Premiere enden

Das Sportporträt

Die Seniorenmannschaft der Sportschützen Flaesheim hat sich 2017 erstmals für die Deutsche Meisterschaft im Aufgelegtschießen qualifiziert. Es soll nicht die einzige Teilnahme bleiben.

FLAESHEIM

von Horst Lehr

, 08.06.2018
Flaesheimer Erfolgsweg soll nicht mit DM-Premiere enden

Wollen in diesem Jahr wieder zur Deutschen Meisterschaft: die Luftgewehr-Seniorenmannschaft der Sportschützen Flaesheim mit Beatrix Bußmann, Hermann Althoff, Trainer Martin Bahr und Eduard Krause (v.l.). Lehr

Kreismeisterschaft, Bezirksmeisterschaft, Landesmeisterschaft und erstmals Deutsche Meisterschaft − der Erfolgsweg der Luftgewehr-Seniorenmannschaft der Sportschützen von Concordia Flaesheim war im vergangenen Jahr einmal mehr lang. Beatrix Bußmann, Eduard Krause und Hermann Althoff wurden dafür bei der diesjährigen Sportparty mit dem Sportehrenabzeichen in Gold ausgezeichnet.

In der Flaesheimer Mannschaft herrscht ein sehr harmonisches Klima. Die Schützen stehen im ständigen Austausch untereinander und entwickeln in einer gemeinsamen Ideenbox Vorschläge zur weiteren Steigerung der Schießleistungen. Dazu gehören mögliche Verbesserungen im Bereich der Vergrößerungsoptik (Adlerauge), verschiedene Farbfilter oder auch Irisblenden.

Hermann Althoff ist dabei der Mann mit den „magischen Händen“. Als Feinmechaniker im Apparatebau hat er schon so manche Umbauten an den Waffen erfolgreich abgeschlossen, wie zum Beispiel zuletzt mit einer verbesserten Waffenauflage.

Anregungen haben die Schützen auch von der Deutschen Meisterschaft aus Dortmund mitgebracht. Althoff: „Bei der Senioren-DM siehst du immer die allerneueste Waffentechnik.“

Bei den Kreisausscheidungen im Februar zeigte die Mannschaft eine geschlossene Leistung und verließ als Sieger den Schießstand. „In der Bezirksklasse war es für uns am schwierigsten, dort haben wir nicht so gut geschossen“, berichtet Eduard Krause, „aber für den zweiten Platz hat es doch noch gereicht.“

Danach hat die Mannschaft ihr konzentriertes Training weiter durchgezogen und beim Zehntelschießen mit der Steigerung von zehn auf 30 Schuss noch intensiviert. Damit wollten sich die Flaesheimer schon in der Vorbereitung auf die späteren Wettkampfbedingungen einstellen. Zur Landesqualifikation fuhr die Mannschaft nach Dortmund, wo auch später die DM stattfand. An diesem Tag lief es nicht optimal für die Flaesheimer und am Abend waren alle sauer, weil sie nicht ihr Leistungspotenzial abrufen konnten. Von Trainer Martin Bahr gab es die entsprechende Standpauke, aber als dann Mitte September endlich das Ergebnis kam, stimmte der siebte Platz doch wieder ein wenig versöhnlich. Denn damit war das große Ziel, die Qualifikation für die DM, doch noch geschafft.

Europas größter Hallenschießstand, das Landesleistungszentrum der Sportschützen in Dortmund, ist der traditionelle Austragungsort der Deutschen Meisterschaften. Auf 108 Schießständen verteilten sich am Wettkampftag insgesamt 785 Teilnehmer. Jeder hat ein Zeitlimit von 45 Minuten, in denen bis zu zehn Probe- und 30 Wettkampfschüsse abzugeben sind.

Vor dieser beeindruckenden Kulisse erledigten die Flaesheimer Sportler zuerst das übliche Prozedere mit Anmeldung und der akkuraten Waffenkontrolle. Dabei sind die Hauptkriterien Maße, Gewicht und vor allem das Abzugsgewicht der Waffe. Danach gab es die Startkarten und die folgende Wartezeit nutzten die Schützen für eine letzte Mannschaftsbesprechung. Nach dem Aufruf der Startnummern wurde zuerst die Höheneinstellung der Auflage justiert, bevor alle gleichzeitig mit dem Einschießen begannen.

Am schnellsten kam an diesem Tag Beatrix Bußmann zurecht. Schon nach wenigen Probeschüssen kam sie in den Rhythmus, zog ihr Programm durch und war nach 18 Minuten komplett fertig. Eduard Krause sagte noch aufmunternd: „Du musst 312 schießen“, und Bußmann schaffte nicht nur diese Zielvorgabe, sondern fuhr mit 312,3 Ringen auch das beste Einzelergebnis in der Mannschaftswertung ein.

Hermann Althoff bemerkte dagegen schon beim Einschießen: „Der Sonntagmorgen ist einfach nicht meine Zeit.“ Der ehemalige Pistolenschütze, der erst seit einem knappen Jahr mit dem Gewehr unterwegs ist, mühte sich durch den Wettkampf und brachte am Ende 306,3 Ringe als Ergebnis mit nach Hause.

Eduard Krause, sicherlich der erfahrenste Schütze im Flaesheimer Team, hatte schon gleich beim ersten Schuss ein Erlebnis der „dritten Art“. Die Kugel landete oben rechts im Dreierring. Er dachte nach dem ersten Schock: „Das geht doch gar nicht“, bemerkte aber dann, dass seine Visierung komplett verstellt war. Zur Nachregulierung verbrauchte er viel wertvolle Schusszeit, die er auf dem Monitor immer weiter herunter laufen sah. Durch das Malheur ging ihm auch sein antrainierter Schießrhythmus verloren und er wusste: „Nun muss ich jeden Schuss sicher raus bringen.“ Und das gelang ihm auch. Er kämpfte sich zurück und steuerte am Ende 310,6 Ringe zum Teamergebnis bei. In der Addition reichten die 929,2 erzielten Ringe für einen guten Mittelplatz im Gesamtfeld der 142 Mannschaften.

Krause sagt rückblickend: „Es gibt bei uns einfach keinen Wettkampf, der gleich läuft. Man schießt so lange, bis die erste 10 kommt, und will dann einfach 30 Mal das Gleiche machen. Aber leider gelingt das nicht immer.“ Denn für den optimalen Wettkampf braucht es drei Grundvoraussetzungen, eine perfekt eingestellte Waffe, die genau dazu passende Munition und die gute Kondition des Schützen.

Trainer Martin Bahr war zwar unzufrieden, weil alle weniger Ringe als im Training erreichten, aber die Platzierung war mit Rang 76 doch noch in Ordnung und er setzte kein „Straftraining“ an.

Nach der ersten DM-Teilnahme in dieser Klasse ist die Flaesheimer Mannschaft schon ein wenig stolz auf das Ergebnis und hat die Zielsetzung für 2018 schon klar umrissen. Diesmal soll es mit zwei Teams zur DM gehen und die Schießleistungen sollen dann natürlich auch besser sein. Das Training dafür hat schon begonnen.