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Marie Peters geht in die zweite Bundesligasaison

Handball

Erneut konnte sich die Halternerin mit Recklinghausen die Qualifikation sichern. Dabei fand sie im entscheidenden Spiel nach ihrer Einwechselung den richtigen Einstieg.

Haltern

von Horst Lehr

, 06.07.2018
Marie Peters geht in die zweite Bundesligasaison

„Angefangen hat alles im Alter von fünf Jahren“, sagt Marie Peters. Seit zwölf Jahren ist sie dem Handballsport treu geblieben. Foto: Lehr

Mit 17 Jahren schon in der Bundesliga: Die Halterner Handballerin Marie Peters hat einen beeindruckenden Weg hingelegt. Gestartet hat sie ihre sportliche Laufbahn beim HSC Haltern-Sythen. Nun spielt sie mit dem PSV Recklinghausen in der Bundesliga – und das zum zweiten Mal.

„Angefangen hat alles im Alter von fünf Jahren“, sagt Peters und ergänzt lachend: „Ich wollte aber eigentlich zuerst Fußball spielen“. Weil ihre Schwester damals auch schon Handball spielte, begann auch Peters bei den Minis des HSC. Im ersten Jahr in der Ballsportgruppe stand sie nach eigener Erinnerung „zu Anfang nur rum“. Bis zur E-Jugend spielte sie in einer gemischten Gruppe mit den Jungs zusammen, fühlte sich gut integriert und bekam immer mehr Spaß an dem Sport. In der D-Jugend spielte sie erstmalig in der Kreisauswahl. Einige Zeit später kam dann überraschend die Nachricht von der Westfalenauswahl mit der Kadereinladung. Beim ersten Westfalentraining war sie schon sehr aufgeregt, denn die Trainer forderten von allen Teilnehmerinnen eine anspruchsvolle Leistungsüberprüfung ein. Peters‘ Leistungen lagen dabei eher im mittleren Bereich, doch in den folgenden Einheiten mit dem Ball und im Spiel Eins-gegen-Eins konnte sie ihre Klasse unter Beweis stellen. Sie spielte von 2013 bis 2016 Westfalenauswahl und bekam im letzten Jahr sogar eine Einladung zu einer Sichtung des Deutschen Handball-Bundes. Dafür hatte sie die Schulbefreiung schon in der Tasche, musste aber im letzten Moment wegen einer Grippeerkrankung absagen.

2015 wollte sie sich persönlich weiterentwickeln: Beim PSV Recklinghausen wurde sie herzlich in der B-Jugend aufgenommen, erlebte aber gleich eine neue, ganz andere Handballwelt. Der nun geltende höhere Leistungsanspruch hatte mit dem Erreichen der Oberliga ein klares Ziel. Dafür wurde in der Saisonvorbereitung viel getan. „Wir sind den Rodelberg in Recklinghausen immer wieder rauf und runter gesprintet“, sagt sie. Dazu gab es Intervalltrainings und in der Halle bekamen die jungen Sportlerinnen reichlich Gelegenheit, ihre spielerischen Fähigkeiten zu verbessern. Abgerundet wurde die Vorbereitung durch Trainingslager, wo es zum Beispiel in Westerholt von morgens bis zum späten Nachmittag auch um technisches Verhalten und Spieltaktik ging.

Ihr erstes Ligaspiel gegen Borussia Dortmund ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben. „Wir hatten keine Chance, da waren vier Nationalspielerinnen im Aufgebot und man hat den Leistungsunterschied sofort bemerkt“, erzählt sie. Nach zwei Spielzeiten in der B-Jugend hatte sich Peters aber positiv weiter entwickelt.

Bonusspiel

Im vergangenen Jahr steuerte Peters in der PSV-A-Jugend erstmalig das große Ziel Bundesliga an. Dafür musste das Team aber zuerst in drei Turnieren die notwendigen Qualifikationshürden überwinden. Auf Kreisebene gelang das in Bochum-Riemke, die Oberligaquali wurde mit einem deutlichen Sieg in eigener Halle eingefahren und nach drei weiteren Siegen erkämpfte sich das Team die Chance auf ein „Bonusspiel“ um den direkten Aufstieg. Der Gegner TV Aldekerk konnte in der eigenen Halle zwar nicht bezwungen werden, trotzdem war es eine tolle Erfahrung für das Team, denn rund 400 Zuschauer unterstützten die aufopferungsvoll kämpfenden PSV-Spielerinnen lautstark auf den Rängen. Damit war aber noch nicht alles verloren, denn es gab noch eine zweite Chance, die das Team mit einem Gruppensieg beim Qualifikations-Turnier in Neckarsulm erfolgreich nutzte und damit den Aufstieg sicherte. Anfang September waren die 24 Mannschaften für die Vorrunde in acht Dreiergruppen aufgeteilt, und Recklinghausen musste neben dem SV GW Schwerin auch gegen die amtierenden deutschen Meister vom Buxtehuder SV antreten. Gegen Letzteren gab es zwei Niederlagen und gegen Schwerin standen am Ende ein Spielverlust und ein Unentschieden. Damit war das Abenteuer Bundesliga vorzeitig beendet.

In der neuen Saison erreichte die Mannschaft nach klaren Siegen in der Qualifikation erneut das das Bonusspiel und traf auf neutralem Boden in der Kempener Jahnhalle auf die TG Hörste, die zuvor die zweite NRW-Qualirunde gewonnen hatten. Peters nahm zu Spielbeginn auf der Bank Platz. „Wir haben alle mitgefiebert und gezittert, obwohl wir uns schon schnell einen Vorsprung erspielt hatten“, sagt sie.

Als dann die erlösenden Worte „Marie mach dich fertig“ vom Trainer Daniel Schlechter kamen, fand sie mit einer starken Eins-gegen-Eins-Verteidigung gegen die gegnerische Leistungsträgerin sofort den richtigen Spieleinstieg. Im weiteren Verlauf konnte sie zwei Tore zum späteren Sieg beitragen. „Beim letzten Treffer bekam ich nach einem Block am Kreis ein tolles Anspiel von Linksausen, habe mich abgedreht und die Aktion mit einem Sprungwurf abgeschlossen“, erinnert sie sich. Die Partie endete mit einem klaren 37:28-Sieg für Recklinghausen. Beim Verlassen der Halle gab es mit einer zünftigen Sektdusche der mitgereisten Eltern und Fans noch eine Überraschung für die Mannschaft.

Aktuell befindet sich das Team in der Vorbereitung auf die im September beginnende Bundesligasaison. Das Team will sich bis dahin unbedingt noch weiter verbessern, um dann gegen die erneut starken Gegner SG Rödertal/Radeberg und den amtierenden deutschen Meister von Bayer Leverkusen ihre Chancen zu wahren. „Mit dem erneuten Erreichen der Bundesliga haben sich alle Mühen gelohnt“, sagt Peters und freut sich auf die neue Saison.