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Negative Probe verheimlicht

GAHLEN Die Doping-Affäre um die für den RV Lippe-Bruch Gahlen reitende Jessica Kürten treibt weiter seltsame Blüten.

24.02.2008
Negative Probe verheimlicht

Jessica Kürten verlangt lückenlose Aufklärung.

Nachdem der Weltpferdesportverband FEI im Juni 2007 gemeldet hatte, dass man im Urin von Jessica Kürtens Stute Castle Forbes Maike Rückstände des Medikaments Extoricoxib festgestellt habe, war es bereits bei der von Kürten angestrengten Untersuchung der B-Probe zu dubiosen Ereignissen gekommen. So durfte Kürtens Witnessing Analysist (fachkundige Vertrauensperson Dr. Laurent Bigler das Analyseverfahren nicht überwachen.

In der Folge behauptete das Doping-Labor, es habe auch in der B-Probe Restspuren von Extoricoxib gefunden und machte die Herausgabe der vollständigen Unterlagen von ominösen "Geheimhaltungserklärungen" abhängig. Dies lehnte Jessica Kürtens Anwalt Walz ab.

Blut analysiert

Daraufhin einigte sich die FEI mit Walz darauf, das für den 21. Februar angesetzte Hearing abzusagen. Kurz darauf kam nun der dritte Skandal ans Tageslicht: Es stellte sich heraus, dass das Doping-Labor ohne Wissen von Jessica Kürten und deren Anwalt auch die Blutprobe analysiert hat und dass diese Probe negativ war, was aber bis vor wenigen Tagen verheimlicht wurde. Anwalt Ulf Walz: "Dies ist eine Frechheit und Unfairness erster Güte. Die Funktionäre haben mit vollem Vorsatz entlastendes Beweismaterial unterschlagen. Jetzt wundert mich auch nicht mehr, weshalb man unseren Witnessing Analyst bei der Analyse rausschickte und sich dann auch noch weigerte, alle Akten offen zu legen."

Der Fall enthält zusätzliche Brisanz: Jessica Kürten wurde vom gleichen Doping-Labor bereits vor zwei Jahren angeschuldigt. Damals hieß es, man habe im Urin ihres Pferdes Castle Forbes Libertina Rückstände eines unerlaubten Pflanzenwirkstoffes gefunden. Auch damals wurde Jessica Kürten von der FEI offeriert, das Verfahren gegen Bezahlung einer Busse einzustellen, doch auch damals hat Jessica Kürten einen solchen 'Kuhhandel' abgelehnt, da sie sich keines Fehlverhaltens bewusst war. Der einzige Unterschied: Damals wurde die B-Probe von einem anderen, nicht vorbefassten Labor (HFL in Newmarket/England) analysiert, und dieses Labor bestätigte, dass die B-Probe keinerlei verbotene Wirkstoffe enthielt. Daraufhin stellte die FEI das Verfahren ein.

"Unschuld bewiesen"

Jessica Kürten und ihr Anwalt warten nun gespannt, wie das FEI Tribunal entscheiden wird. Das Datum steht noch nicht fest, doch eines weiß Jessica Kürten jetzt schon: "Eine Verurteilung werde ich nicht akzeptieren. Ich bin unschuldig und habe dies auch bewiesen. Was hier passiert ist, wünsche ich keinem Profisportler. Ich bin froh, dass mein Mann, mein Anwalt und meine Sponsoren stets an mich geglaubt haben. Ohne solche Hilfe ist man in einer solchen Situation verloren."

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